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Hamminkeln
Flüchtlingsunterkünfte: Fast die Hälfte der Plätze ist frei

Hamminkeln. 40.000 Plätze in Flüchtlingsunterkünften sind in Nordrhein-Westfalen derzeit frei. Die Bevorratung mit Schlafplätzen für Neuankömmlinge hat nach dem heftigen Rückgang der Asylzahlen allerorten für freie Kapazitäten gesorgt - das gilt auch für Hamminkeln. Die Stadt hatte ein Ausbauprogramm beschlossen, sich dadurch finanziell an den Rand der Haushaltssicherung manövriert und die Pläne bisher auch realisiert - Ausnahme: Die Hälfte der Container an der Daßhorst mit rund 80 Plätzen sind noch nicht fertig. Weiter gilt die Prognose der Stadt, bis Jahresende 1100 Flüchtlinge unterbringen zu müssen. Die entspannte Lage passt jedoch nicht mehr zu dieser Annahme. 630 Flüchtlinge und Asylsuchende sind laut Vorstandsbereichsleiter Jürgen Palberg in Hamminkeln aktuell untergebracht.

Rechnet man die noch nicht ganz fertigen Container und Wohneinheiten dazu, sind 1180 Plätze vorhanden. 80 Prozent davon werden derzeit genutzt. Ursache ist, dass man auf Familien Rücksicht nimmt und ihnen nicht noch Einzelpersonen zuordnet, obwohl Betten frei bleiben. Rechnerisch, so Palberg, hält die Stadt damit rund 980 Plätze vor. Er hält die Bevorratung für richtig, obwohl in NRW laut Innenministerium im April nur noch rund 5300 Asylsuchende ankamen. "Wie schnell sich das ändern kann, haben wir ja erlebt. Die politische Situation kann sich wieder zügig wandeln, wie man jetzt angesichts der Auseinandersetzungen mit der Türkei oder dem Umgang mit Freizügigkeit von Flüchtlingen sieht", sagt er. Und was ist, wenn die Container dauerhaft leer stehen? Dann, so Palberg, könne man sie auf dem freien Markt anbieten, sie seien so gebaut, dass man sie weiter verwenden könne.

Längst richtet die Stadt den Blick auf langfristige Unterbringung, indem sie sozialen Wohnungsbau forciert. Doch nicht alle Pläne funktionieren. So lehnte nach dem Hauptausschuss auch der Rat den Verkauf zweier städtischer Mehrfamilienhäuser in Dingden und Mehrhoog ab. Die Politik will die beiden Bauten halten als Reserve für Flüchtlinge. Vielleicht steigt die Stadt nun selbst in den sozialen Wohnungsbau ein. "Die Häuser kann man als Sozialbauten herrichten, um anerkannte Flüchtlinge und andere Interessenten unterzubringen. Wenn sie nicht veräußert werden sollen, heißt das nicht, dass die Stadt nicht selbst sozialen Wohnungsbau hier umsetzt. Das ist aber nicht unser Kerngeschäft und bindet Kapazitäten", sagte Palberg.

Auch sonst ist die Stadt aktiv unterwegs in Sachen Integration und Flüchtlinge. Wie berichtet, ist die Förderzusage für die neue Begegnungsstätte an der Feuerwache in Mehrhoog da. Der nicht unumstrittene Standort ist Teil der Genehmigung. Mit dem Architekten ist die genauere Planung besprochen worden, demnächst werden die aktuellen Pläne präsentiert. Dazu gibt es dann auch eine Bürgerinfo-Veranstaltung.

(thh)
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