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UNsere Woche
Fragen der Ehre und der Größe

Wesel. Wenn sich jemand in seiner Ehre beleidigt fühlt, dann heißt das erstmal nur, dass er meint, eine solche zu haben. Das mag sein. Ein Ehrenmann ist er deshalb noch lange nicht. Das ist ein Mensch, auf den man sich verlassen kann. Aufrichtig und ehrlich ist er, zudem meist bescheiden. Wer von sich selbst behauptet, er sei ein Ehrenmann, ist eher suspekt. Da haben schon Träger großer Namen sich selber Lügen gestraft.

Skurrile Züge nimmt die Frage der Ehre an, wenn man sich zum Beispiel mit der Mafia befasst. Ehrbezeugungen gegenüber dem Paten sind Zeichen der Unterwürfigkeit beziehungsweise der Macht, die jemand über andere hat. Ein Gangster ist alles Mögliche, aber mit Sicherheit kein Ehrenmann. Nun gibt es Menschen, die gern beleidigt sind und jeden sofort verklagen. Manche davon führen Staaten, haben kein Verständnis dafür, dass man ihr Verhalten in anderen Staaten nicht versteht, dass man dort zum Thema Beleidigtsein ganz andere Auffassungen vertritt.

Der Begriff beleidigte Leberwurst ist ein Beispiel dafür: Der auf dem Beleidigtsein beharrende wird nicht ernst genommen. Schon gar nicht, wenn er sich mit bösen Aussagen erst selbst ins Abseits begeben hat. Ein Ehrenmann sähe das ein und träte ab. Das hätte Größe.

fritz.schubert@rheinische-post.de

Quelle: RP
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