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Wesel
Frauengruppe will Aufgaben an die Awo abgeben

Wesel. Personalien zwingen den Verein, nach Jahrzehnten zu Änderungen für die Frauenberatung und den Mädchentreff. Von Fritz Schubert

Die Frauengruppe Wesel bewegt eine ganze Menge. Wie aus dem Jahresbericht hervorgeht, nahmen 417 hilfesuchende Frauen in 2016 die Dienste der Fachkräfte in der Beratungsstelle in Anspruch. Daraus resultierten 970 Einzelgespräche. Die Klientinnen kamen teils auch aus Orten außerhalb des Kreises Wesel. Auch der Mädchentreff des 1984 gegründeten Vereins wird stark nachgefragt. Durchschnittlich nutzen dienstags bis freitags jeweils 8,5 junge Besucherinnen das Angebot (insgesamt 119 Mädchen aus 15 Herkunftsländern). Für beides wird nach Jahrzehnten nun ein neuer Träger gesucht. Vorsitzende Kirsten Bovenkerk (54) und Gründungsmitglied Lilo Bacher (79) stellten am Donnerstag den Plan vor, Beratung und Treff an die Arbeiterwohlfahrt (Awo) abzugeben. Mit dabei war Fachbereichsleiterin Ila Brix-Leusmann von der Stadtverwaltung, die das Vorhaben am 11. Mai der Politik im Jugendhilfeausschuss vorstellen will.

Personalien geben den Ausschlag für die Veränderungen. Zum einen gehen die mit je 30-Wochenstunden angestellten Fachkräfte der Beratung: Martina Peipe-Termath hört zum Jahresende auf, Helena Kromhout geht im Frühjahr 2018 in Rente. Außerdem wollen sich drei Vorstandsfrauen, teils aus Altersgründen, aus der ehrenamtlichen Arbeit zurückziehen.

Die in Rede stehenden Dienste sind wertvoll und anerkannt. Das Land gibt 85.000 Euro jährlich für die Frauenberatungsstelle, die Stadt 22.500 und der Kreis Wesel 1000. Der Mädchentreff, besetzt mit einer 20-Stunde-Stelle und einer 400-Euro-Kraft, wird von der Stadt zudem noch 33.000 Euro unterstützt. Er ist Teil des städtischen Jugendförderplans und laut Brix-Leusmann "einzigartig in Wesel". Mit Beiträgen und Spenden, so Finanzfrau und Buchhaltungsexpertin Lilo Bacher, bewegt die Frauengruppe einen Jahresetat von gut 150.000 Euro. Wie Brix-Leusmann sagte, hat das Land die weitere Förderung in Aussicht gestellt. Die Awo sei Wunschkandidat, weil sie in Frauenthemen breit aufgestellt sei. Schwierig werde es im Moment aber für alle Beteiligten, gutes Personal zu finden. Dabei seien auch die Konditionen, mithin die künftige Höhe der Kosten offen.

Ila Brix-Leusmann lobte ausdrücklich das ehrenamtliche Engagement des Vereins Frauengruppe. Die Stadt sei dankbar für das Geleistete. Auf der Mitgliederversammlung am 26. April wird über Weiteres zur Zukunft der Frauengruppe entschieden.

Quelle: RP
 
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