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Wesel
Früher war mehr Nordmanntanne

Die Weihnachtsbaum-Arten im Überblick
Die Weihnachtsbaum-Arten im Überblick FOTO: Busskamp
Wesel. "Nacktes Stahlgerüst", "Blechkegel", "Unlesbar" - die Kritik am Weihnachtsbaum auf dem Großen Markt reißt nicht ab.

Die stählerne Tanne auf dem Großen Markt: Sie ist und bleibt unverändert Auslöser bunter und zahlreicher Diskussionen. Auf dem Markt, in den Büros - und auch bei den RP-Lesern. Die haben sich in E-Mails, Briefen und persönlich zu Wort gemeldet, um sich an der Debatte zu beteiligen. Eine Auswahl der Stimmen:

Jürgen Lantermann ließ sich seine vorweihnachtliche Stimmung auf dem Adventsmarkt am Samstagabend durch den aufgestellten Weihnachtsbaum trüben. "Ein nacktes Stahlgerüst als Weihnachtsbaum ohne Tannengrün, aber mit Sprüchen versehen, die die Welt nicht braucht", befand er. Sein erster Gedanke sei gewesen, wie man einem Kind erklären solle, dass dies ein Weihnachtsbaum sei. "Ich stand vor dem kalten Stahlkoloss und schüttelte nur noch den Kopf", schrieb Lantermann.

Wolfgang Deurer, Wesels Dombaumeister, verbindet mit dem "Blechkegel" ebenfalls keine weihnachtliche Stimmung. Er sehe keine strahlenden Kinderaugen, und: "Ich kann gewissen Fortschrittsgedanken nichts abgewinnen als solche der Fragen, wohin und wovon wir fortschreiten".

Renate Freundt und Sigrid Schmitz möchten der heftigen Kritik am "viel gescholtenen Weihnachtsbaum" auch mal etwas Positives entgegenstellen. "Die viel diskutierte und auf allen Gebieten angemahnte Nachhaltigkeit ist doch hier par excellence praktiziert." In der "oft oberflächlichen Konsumgesellschaft" würden Menschen gemeinsam kreativ, entwickelten Ideen und stünden dazu. Dass jedes Jahr aufs Neue die spannende Frage, wie der Kegelbaum wohl geschmückt sei, diskutiert werde, zeige das "lebendige Wesel." Außerdem müssten für die Stahltanne keine Bäume gefällt werden.

Monika Schaefer ist der Meinung, dass Wesel eine glückliche Stadt sein muss, wenn der Weihnachtsbaum das größte und einzige Problem sei, das diskutiert würde. Sie begrüßt aus ökologischer und finanzieller Sicht den Stahlbaum, obschon sie für etwas schlichten Schmuck wie Tannengrün oder rote Schleifen plädieren würde.

Reinhard Rohde meint, dass der Stahlbaum durch eine stärkere Beleuchtung aus der Mitte heraus besser betont würde. Er könne die Schrift auf den Bannern nicht lesen, woran eine Beleuchtung etwas ändern könnte. Ansonsten lasse sich an der jetzigen Tanne wenig ändern, da sie nun einmal bereits stehe. Die Verantwortlichen sollten sich allerdings in Zukunft etwas mehr Gedanken über die Auswahl der Sprüche machen.

(her)
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