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Wesel
Fusion ist auf dem Weg

Wesel. Alles läuft auf eine Fusion der in finanzielle Schieflage geratenen Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe mit der Verbands-Sparkasse Wesel hinaus. Am Montagabend sind die Ratsvertreter aus Dinslaken, Voerde und Hünxe über den Stand der Verhandlungen informiert worden. Von Heinz Schild und Jörg Werner

Gestern veröffentlichten die beiden Geldhäuser eine gemeinsame Erklärung. Darin heißt es, "dass mit einer möglichen Fusion der Verbands-Sparkasse Wesel und der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe gerade zum jetzigen Zeitpunkt die Grundlagen für eine weiterhin erfolgreiche Sparkassenlandschaft in der Region gelegt werden können." Dies sei das Ergebnis der in den vergangenen Wochen und Monaten sehr detaillierten und intensiven Vorstandsarbeiten, gemeinsamer Verwaltungsratssitzungen sowie weiterer Prüfungen durch Fachexperten und Gespräche aller Beteiligten.

"Wir haben gewissenhaft und gründlich geprüft, welche Chancen und Risiken ein Zusammengehen der Sparkassen bedeuten würde und sind von der Vorteilhaftigkeit einer Fusion überzeugt", erklärte der Dinslakener Sparkassendirektor Rolf Wagner. Durch die Fusion und den damit verbundenen Größenvorteilen könne eine selbstständige, lokal verankerte und vor allem betriebswirtschaftlich nachhaltig stabile und leistungsfähige Sparkasse im Kreis Wesel entstehen.

"Aus unserer Sicht kann ein mögliches Fusionshaus aktuellen Herausforderungen und Trends nachhaltig erfolgreich entgegenwirken und die Marktposition in der Region langfristig weiter ausbauen", bestätigte Sparkassendirektor Friedrich-Wilhelm Häfemeier, Vorstandsvorsitzender der Verbands-Sparkasse Wesel. Nun müssten die Verwaltungsräte beider Sparkassen sowie die Lokalpolitik in Wesel, Schermbeck und Hamminkeln, Dinslaken, Voerde und Hünxe entscheiden. Dies soll bis Ende Juni geschehen.

Dass es in Dinslaken eine politische Mehrheit für die Fusion der beiden Geldinstitute geben wird, ist nach Einschätzung aus Teilnehmerkreisen der nichtöffentlichen Inforationsveranstaltung am Montag so gut wie sicher. Allerdings gab es auch durchaus kritische Stimmen zu manchen Details der angestrebten Vereinbarung. So würde eine Fusion zwar dazu führen, dass die Gewährträgerkommunen Dinslaken, Voerde und Hünxe das von "ihrer" Sparkasse benötigte zusätzliche Eigenkapital in Höhe von 35 Millionen Euro nicht mehr bereitstellen müssen, sie müssten allerdings immer noch nach ihren jeweiligen Anteilen eine Garantie von insgesamt 20 Millionen Euro stellen. Dieses Geld würde sich zwar nicht in den Haushalten der jeweiligen Kommunen niederschlagen. Doch läge das Risiko einer solchen Garantie beim Steuerzahler. Verwundert zeigten sich einige Teilnehmer über die Eile, mit der die Fusion vorangetrieben wird. Ursprünglich hatte Dinslakens Sparkassenvorstand davon geredet, dass Entscheidungen bis zum Ende des Jahres notwendig wären, nun soll die Politik noch vor der Sommerpause Beschlüsse fassen. Offenbar wird in Teilen der Politik inzwischen aber nicht mehr ausgeschlossen, dass das Minus deutlich höher ausfallen und im zweistelligen Millionenbereich liegen könnte.

In Voerde gibt es viele Ratsmitglieder, die sich weiterhin eine Sparkasse vor Ort wünschen und als "wichtig für den Mittelstand und die Arbeitnehmer ansehen". Eine Fusion mit Duisburg, ebenfalls eine Option, trifft auf wenig Gegenliebe. Da wird das Zusammengehen mit der Verbands-Sparkasse Wesel "im Moment als die beste Lösung angesehen", wodurch auch ein Großteil der Arbeitsplätze erhalten und keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden müssten.

Quelle: RP
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