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Weseler auf Mallorca
Fußballer angeschossen: Arzt entfernt Kugel im Hotel

Weseler auf Mallorca: Fußballer angeschossen: Arzt entfernt Kugel im Hotel
Jürgen Lantermann FOTO: Malz, Ekkehart (ema)
Wesel. In der Nacht zu Samstag sind zwei Spieler der ersten Fußball-Mannschaft des Weseler SV in Palma de Mallorca angeschossen und leicht verletzt worden - das berichtet Jürgen Lantermann, WSV-Vorsitzender und Weseler CDU-Ratsmitglied, der mit dem Team bis Sonntagabend vor Ort war. Von Barbara Grofe

Ein Weseler bekam laut Lantermann einen Streifschuss ab, der andere wurde in den Rücken getroffen. Noch in der Nacht zu Samstag wurde das Projektil von einem Arzt, der ins Hotel der Weseler kam, entfernt.

Ein weiteres Geschoss verfehlte einen dritten Spieler. Um was für eine Waffe es sich handelte, ist noch unklar. Auch über den oder die Täter weiß man laut Lantermann noch nichts. Beide Spieler mussten nicht im Krankenhaus behandelt werden, sondern konnten bei der Gruppe bleiben. Die Mannschaft wollte auf Mallorca den Aufstieg in die Kreisliga B feiern. Lantermann ist nicht nur von der Tat als solcher geschockt, sondern auch davon, wie er die spanische Polizei erlebt hat.

Unmittelbar nach dem Vorfall habe man versucht, die Polizei zum Tatort zu rufen, genauso am Morgen und noch mal am Samstagmittag. Als Antwort sei, so Lantermann, nur gekommen, dass er mit seinen Spielern zur Polizeizentrale nach Palma fahren soll. "Aber die ist fünf Kilometer weit entfernt - das ging nicht", sagt Lantermann. Auch die Botschaft sei, vermutlich wegen des Wochenendes, nicht zu erreichen gewesen. Der Weseler, selbst Polizist, fühlte sich allein gelassen.

Erst als er über seine heimischen Polizeikollegen und das Bundeskriminalamt gegangen ist, das wiederum das deutsche Konsulat eingeschaltet hat, sei die Polizei Samstag zu den Deutschen ins Hotel gekommen. Sonntag ist die Polizei mit den Weselern zum Tatort gefahren, hat sie in der Zentrale in Palma befragt. Und doch: Über das Verhalten ist Lantermann verwirrt. Empathie der Polizei für die Geschädigten habe er vermisst, Interesse am Vorgang nicht gesehen.

"Das Projektil wollte der Polizist nicht haben", sagt der Weseler. Auch wenn diese Fahrt so ganz anders geplant war, weiß Lantermann: Seine Jungs hatten Glück im Unglück.

Quelle: RP
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