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Schermbeck
Gagu hilft Kindern in Sierra Leone

Schermbeck. Die Gagu-Zwergenhilfe ist seit Jahren wegen mehrerer Hilfsprojekte in Westafrika unterwegs. Einige der Vorhaben des Vereins konnten jetzt erfolgreich abgeschlossen werden. Und schon kündigen sich weitere Aufgaben an.

Nach ihrem Aufenthalt in Sierra Leone hatten Gudrun Gerwien und Dieter Schmitt, zwei Vorstandsmitglieder der Gagu-Zwergenhilfe, jetzt jede Menge Neuigkeiten vom Umfeld des "Home of hope" zu berichten, das von der Schermbecker Hilfsgruppe seit 2008 geplant, ausgebaut und erweitert wurde.

Auch der Schermbecker Johannes Nover war dabei, als die neue Bäckerei eröffnet wurde. Auf einem 450 Quadratmeter großen Grundstück entstand das Zentrum, in dem außerdem eine Schneiderei untergebracht wurde. Hilfe zur Selbsthilfe ist die Zielsetzung des Ausbildungszentrums. Die dort beschäftigten Arbeiter aus der Umgebung des Kinderheims sollen in die Lage versetzt werden, ihre Familien mit ihrem Arbeitslohn ernähren zu können. In der Näherei sollen unter anderem die Schuluniformen der Kinder hergestellt werden.

In der Bäckerei können künftig täglich bis zu 500 Brote gebacken werden. Dazu muss aber die Abnahme in der Nachbarschaft erst noch wachsen.

Außerdem hatten die Gagus einer Schule, die von einigen Kindern des "Home of hope" besucht wird, versprochen, bei der Erweiterung um zwei Klassenräume behilflich zu sein. Diese Erweiterung wurde nun begonnen. Das Material für den Bau zahlt der Verein. Die Arbeiten werden von der Bevölkerung selbst übernommen.

Eine weitere positive Nachricht können Gudrun Gerwien und Dieter Schmitt den Schermbecker Paten mitteilen. Endlich geht es mit dem Brunnenbau voran. In den vergangenen Jahren fand der Verein keine geeignete Fachfirma. "Inzwischen hat ein kompetenter Brunnenbauer die Arbeit aufgenommen", berichtet Dieter Schmitt. So werde nun Schritt für Schritt der Traum der Gagus vom eigenen Wasser erfüllt.

Darüber hinaus wurde für ein weiteres Projekt der erste Spatenstich ausgeführt: Probleme bereiten in der Region die vielen Ebola-Waisenkinder. Sie werden von den Behörden auf der Straße eingesammelt und zu den Armensiedlungen außerhalb der Stadt gebracht. Für Familien, die bereit sind, zwei Ebola-Waisen aufzunehmen, lässt der Verein jetzt neue Häuser bauen. "Beim Spatenstich für das erste Haus tanzten die Bewohner vor Freude und wir tanzten mit", schildert Gudrun Gerwien den Ablauf des Festaktes.

Fortschritte hat es auch bei zwei Einzelmaßnahmen des Vereins gegeben. "Keiner hätte je gedacht, dass der kleine Ibrahim eines Tages würde laufen können", berichtete Gudrun Gerwien von dem Jungen, der ihnen freudestrahlend entgegengelaufen sei. Erfolgreich war auch ein systematisches Sprachtraining für die sechsjährige Gibrilla, die lange Zeit nicht sprechen konnte und die Vereinsmitglieder jetzt mit den Worten "Give me a ball" begrüßte.

"Es geht weiter, es muss weitergehen", bilanziert Dieter Schmitt die Arbeit in Sierra Leone. "Wir brauchen weitere Paten für Kinder mit beeindruckenden Schicksalen", hofft Gudrun Gerwien auf weitere Schermbecker Bürger, die bereit sind, 25 Euro monatlich für eine Patenschaft auszugeben. Wer will, kann auch eine Spende überweisen, und zwar auf das Konto des Vereins (IBAN DE 67356500000000254854; BIC WELADED1WES).

(hs)
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