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Schermbeck
Gahlen: Unterkunft für 120 Flüchtlinge

Schermbeck. Bürgermeister Mike Rexforth und Caritasdirektor Michael van Meerbeck stellten jetzt das Projekt vor.

Um auch künftig genügend Unterkünfte für Asylbewerber bereitstellen zu können, hat die Gemeinde Schermbeck mit den Planungen für eine Unterkunft in Gahlen an der Kirchstraße begonnen. Im Rahmen einer Bürgerversammlung wurde das Projekt am Montagabend im Gahlener Café Holtkamp von Bürgermeister Mike Rexforth und Caritasdirektor Michael van Meerbeck vorgestellt.

Van Meerbeck hat viele Veranstaltungen dieser Art besucht. Er ist mit Situationen vertraut, die entstehen, wenn Flüchtlingsunterkünfte gebaut werden. Aber so einen Andrang wie in Gahlen hat er noch nicht erlebt. "Sie toppen Dinslaken", sagte er zu den Gahlenern, die sich im Saal versammelt hatten. Etwa 300 waren es beim Info-Abend zum Bau der neuen Flüchtlingsunterkunft an der Kirchstraße.

"Hier ist heute kein Platz für politische Statements, es geht nur darum, Sie sachlich zu informieren", stellte der Bürgermeister gleich zu Beginn fest und verhinderte auch später mehrfach "Ausflüge" zu offensichtlichen Fehlentwicklungen in der Europa- und Bundespolitik. Völlig unsachliche Bemerkungen mit einem Touch der Stimmungsmache wurden gleichfalls höflich, aber korrekt unterbunden. So stand zur Freude der allermeisten Besucher die Sachinformation im Vordergrund, für deren umfassende Darstellung es zum Schluss sehr viel Beifall für Rexforth und van Meerbeck gab.

Zum Hintergrund: Auf einer gemeindeeigenen Fläche am westlichen Ortseingang soll ein 37,50 Meter langes Gebäude errichtet werden, in dessen Erdgeschoss und Obergeschoss 120 Flüchtlinge leben können. Die Kosten für das flexible Bauwerk betragen 737.000 Euro. Hinzu kommen 70.000 Euro Planungskosten sowie der Anschluss an die Kanalisation und eine Einfriedung, um die Fläche gegen die vielbefahrene Gahlener Umgehungsstraße abzugrenzen. Der Bau soll Ende Mai fertig gestellt sein. Rexforth wies darauf hin, dass sämtliche Kosten für Flüchtlinge derzeit nicht die Gemeindekasse belasten. Pro Flüchtling gebe es 10.000 Euro pro Jahr aus Fremdmitteln. Das reiche momentan.

Van Meerbeck berichtete überdies von der Arbeit der Caritas. "Wir vermitteln, regeln, erklären, was für uns Gastfreundschaft bedeutet." Letztlich sei die gesamte Bandbreite der Gesellschaft vertreten, "auch die, die sich nicht an Regeln halten. Unsere Toleranzschwelle ist niedrig", machte er klar, die Caritas arbeite eng mit der Polizei zusammen. Insgesamt gelinge das Miteinander aber gut, "was fehlt, ist eine Beschäftigung."

Rexforth verwies auf andere kleine Orte, in denen auch Flüchtlinge lebten. Und zur Größte des Projekts: "Es gibt sonst kein geeignetes Grundstück, das wir besitzen." Am Ende appellierte er an die Vereine und die Kirche, ausgleichend zu wirken. "Ich verstehe Ihre Ängste und Befürchtungen", sagte er. Mittlerweile erhalte er anonyme Schreiben, darunter Fälle für den Staatsschutz. Dennoch: "Wir haben keine Wahl. Und wir sind ordentlich aufgestellt."

Gesucht werden nun Firmen, die Praktikumsplätze anbieten, und Vereine, die Flüchtlinge für gemeinnützige Arbeiten einsetzen. Ehrenamtliche Helfer haben die Möglichkeit, immer dienstags um 17 Uhr ins Ex-Ecco-Hotel (Maassenstraße) zu kommen, wo ein Café aufgebaut wird und eine Caritas-Vertreterin Ansprechpartnerin ist.

(hs/kui)
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