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Wesel
Gartroper Mühle kann wieder mahlen

Wesel. An der Wassermühle von Schloss Gartrop wurde jetzt das rundum erneuerte Mühlrad montiert. Der Außen- und Innenbereich werden fit gemacht für den Museumsbesuch. Von Peter Neier

Das sechs Tonnen schwere Mühlrad hängt in Ketten am Autokran und zieht die Blicke auf sich. Gerade noch hat es draußen an der Schlossallee auf den zehn Holzböcken gelegen, wo viele geschickte Hände es bearbeiteten. Da wurde gesägt, gefeilt, geschliffen, geschweißt und gebohrt. Gleich wird das komplett erneuerte Mühlrad aus Bongossi-Hartholz wieder auf das Wellenlager an seinem angestammten Platz an der Wassermühle von Schloss Gartrop montiert.

Nur ein Baustein, aber der optisch wichtigste, beim Projekt Sanierung und Instandsetzung der Wassermühle Schloss Gartrop, deren Bausubstanz bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. Bauherr ist die Gemeinde Hünxe, Projektträger der Heimat- und Verkehrsverein Hünxe, Eigentümer und Verpächter ist Baron Egbert Freiherr von Nagell. "Ein perfekter Dreiklang", wie Bürgermeister Hermann Hansen bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages im Juli 2014 betonte.

Der Zahn der Zeit hat Wasserrad und Mahlwerk inzwischen arg zugesetzt, wovon sich auch Anlieger Friedhelm Lohmann fast täglich überzeugt, wenn er mit seinem Fahrrad am Schloss vorbeifährt. "Ich kann mich noch gut an meine Kindheit erinnern, wo wir hier das Korn hingebracht haben", sagt der Sohn des letzten Müllers in Gartrop, Wilhelm Lohmann. "Zum Mahlen brauchte es genug Wasser aus dem Mühlenbach, das war im Sommer schwierig." Für diesen Fall wurde schon vor Jahrzehnten ein großer AEG-Strommotor installiert, der auch heute noch vorhanden und funktionsfähig ist, wie Heimatvereinsvorsitzender Heinrich Rühl erklärt. Er kennt alle Sanierungsmaßnahmen. So wurde im Außenbereich die komplette Stauwehranlage samt zwei Stauschleusen und Mühlenschacht erneuert, ebenso Mühlradwellenlager, Mühlrad- und Stauwehrbrücke. "Beim Mühlrad haben wir übernommen, was zu erhalten ist, so das komplette Eisengerippe samt Halteringen." Im Innern der historischen Wassermühle glänzt das Kronrad mit rund 70 Zähnen, der gesamte Mahlstuhl wurde überholt und gesäubert, ebenso Mahlgang und Mehlhütte mit Kornschütte, Trichter und Auslauf. Fast alle Putzarbeiten an den Wänden sind erledigt, so dass jetzt neue Elektroleitungen verlegt werden können.

Denn im Sommer soll auch die Wassermühle von Schloss Gartrop als voll funktionstüchtiges Museum ein Kleinod der Region werden - besonders für Schulklassen.

Quelle: RP
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