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Wesel
Geburtenzahl knackt die 1000er-Marke

Wesel: Geburtenzahl knackt die 1000er-Marke
Das erste dieses Jahr in Wesel geborene Baby kam am Montag, 1. Januar, im Marien-Hospital in Wesel um 3.43 Uhr zur Welt. Der kleine Junge heißt Leo Goc, hier mit Mutter Alexandra und Vater Martin aus Emmerich. Die Geburtenzahlen in Wesel sind deutlich gestiegen. Ein wesentlicher Grund für den starken Anstieg im vergangenen Jahr ist die Tatsache, dass die Holding Pro homine ihre Geburtshilfe am Willibrord-Spital in Emmerich geschlossen und am Marien-Hospital in Wesel konzentriert hat. FOTO: POTTGIESSER
Wesel. Mehr Babys, weniger Sterbefälle und mehr Trauungen kennzeichnen die Statistik des Weseler Standesamtes. Von Fritz Schubert

864, 898, 928, 997 und jetzt 1127: Seit 2013 ging die Zahl der Geburten in Wesel stets nach oben. Im gerade abgelaufenen Jahr wurde die 1000er-Marke nicht nur erstmals seit 1998 wieder geknackt, sie wurde deutlich übertroffen. Das geht aus dem Bericht zur Statistik des Standesamtes Wesel für 2017 hervor. Ein Grund für den zuletzt sprunghaften Anstieg dürfte im Marien-Hospital Wesel zu finden sein.

Nach der Aufgabe der Station im Emmericher Willibrord-Spital hat die Holding Pro homine hier die Geburtshilfe konzentriert. Dass die Vierstelligkeit vor knapp zwei Jahrzehnten passé war, hängt auch mit der damaligen Schließung der Geburtsabteilung im Evangelischen Krankenhaus Wesel zusammen. Im Vergleich mit 1078 Sterbefällen ergibt sich für 2017 ein Geburtenüberschuss von 49. Daraus lässt sich jetzt aber nicht ableiten, dass Wesels Bevölkerung gewachsen wäre. Am 31. Dezember 2016 lag deren Zahl bei 62.973, Ende 2017 waren es nur noch 62.685 Weseler.

Die Standesamtsstatistik liefert Informationen, die es zu interpretieren gilt. So beinhaltet die Zahl der Geburten auch jene Kinder, die in den letzten Tagen des Jahres 2016 auf die Welt kamen. Bereinigt bleibt immer noch eine stolze Zahl von 1119 Babys stehen. Wesel als Kommune zuzuordnen sind aber die wenigsten. Nur 450 hatten eine Mutter, die am Standesamtsort Wesel gemeldet ist. 1728 Eltern(teile) besaßen die deutsche Staatsangehörigkeit, 526 hatten Pässe anderer Nationalitäten. Es gab drei Hausgeburten, drei Kinder kamen tot zur Welt. 18-mal gab es doppelten Kindersegen in Form von Zwillingen. Die jüngste Mutter war 15 Jahre alt, die älteste 45. 759 gebärende Frauen waren verheiratet, 368 nicht.

Das lenkt den Blick auf das Zahlenwerk der Trauungen: Insgesamt gaben sich im vergangenen Jahr 239 Paare in Wesel das Jawort. Nur fünf mehr als im Vorjahr. Beliebt blieb die Zitadelle als historische Kulisse für den großen Tag. Hier gingen 186 Paare die Ehe ein, im Rathaus waren es 53. In 181 Fällen hatten beide Partner ihren Wohnsitz in Wesel. Während lediglich drei Lebenspartnerschaften geschlossen wurden, gab es 14 Umwandlungen. Damit wurden bereits in der Vergangenheit geschlossene Partnerschaften nach der Gesetzesänderung vom 1. Oktober noch einmal mit einem richtigen Ja besiegelt. Wie Michaela Neumeier vom Standesamt im RP-Gespräch sagte, war dies für viele der gleichgeschlechtlichen Paare ein bedeutender, teils aufwühlender Moment. Die Erfüllung dessen, wofür sie jahrelang gekämpft hatten.

Übrigens gab es insgesamt 323 Anmeldungen zur Eheschließung. Die Differenz zur Zahl der tatsächlich in Wesel vollzogenen Trauungen rührt daher, dass auch jene sich im heimischen Standesamt melden müssen, die auswärts heiraten wollen. Außerdem, so Neumeier, gebe es auch Absagen sowie Fälle, in denen Beteiligte am Ende nicht erscheinen. Die älteste Braut war übrigens 84 Jahre alt, der älteste Bräutigam 71. Scheidungen gab es auch, und zwar 111 Stück.

Bei den 1078 Sterbefällen, die für eine Bewertung des Geburtenüberschusses Relevanz haben könnten, hatten 580 Verblichene ihren Wohnsitz in Wesel. Wer aber hat vielleicht sein ganzes Leben in der Stadt verbracht und nur die letzten Jahre in einem Nachbarort? Oder umgekehrt? Darauf gibt die Statistik keine Antworten. Wohl aber ist festzustellen, dass der älteste Verstorbene 101 Jahre alt war und die älteste 102. Zurück zu neuen Erdenbürgern, über deren Namens-Hitliste bereits berichtet wurde: Nachzutragen ist, dass es an der Spitze Veränderungen gab. Hatten 2016 bei den Mädchen Marie (27), Sophie (23) und Mila (zwölf) sowie bei den Jungen Ben (14), Elias (13) und Alexander (zwölf) die Nase vorn, so waren es jetzt Emilia und Mia (je elf), Emma und Mila (je acht) sowie Paul (elf) vor Finn, Jonas und Louis (je zehn).

Quelle: RP
 
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