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Kreis Wesel
Geldof-Konzert: Ordner und Zaungast geraten in Streit

Kreis Wesel: Geldof-Konzert: Ordner und Zaungast geraten in Streit
Ärger auf dem Ostwall: Hans-Jürgen Thiele, SPD-Ratsherr, diskutiert mit Ordnern über das seiner Meinung nach zu rüde Vorgehen. FOTO: Armin Fischer
Kreis Wesel. Hans-Jürgen Thiele ist entsetzt: Mit "äußerster Brutalität" sei am Rande des Konzertes von Bob Geldof Mittwochabend im Ostwallpark in Xanten ein Wachmann gegen einen "Schwarzhörer" vorgegangen, der es sich mit seinem Kissen auf der Mauer am Ostwall gemütlich gemacht habe. Von Heidrun Jasper

"Der Mann des Sicherheitsdienstes hat ihn aufgefordert, von der Mauer runterzukommen und das Gelände zu verlassen", sagt Thiele. Der SPD-Ratsherr, ehemals Vize-Bürgermeister, hat in einem offenen Brief an den Veranstalter des Musiksommers sein "blankes Entsetzen" formuliert und beschreibt den Vorfall so: Weil der Mann der Aufforderung nicht gefolgt sei, "wurde er an den Schultern gepackt, obwohl er mehrmals bat, nicht angefasst zu werden. Der Bewacher riss ihn von der Mauer. Im Würgegriff schleuderte er ihn auf den Bürgersteig und fixierte ihn am Boden". Zahlreiche Zeugen hätten gefordert, von der Gewalt abzulassen. Schließlich mit Erfolg. Das Opfer, ein 56-jähriger Xantener, rief die Polizei. Er hat gegen den Ordner, einen 34-jähriger Mann aus Rees, Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung erstattet, wie eine Polizeisprecherin gestern bestätigte.

"Ich bin entsetzt über die brutale Gewalt", so Thiele, der oben auf dem Ostwall stand und selber wenige Minuten zuvor wie andere Zaungäste auch von dem Bewacher in rüdem Ton "von dem nicht gesperrten Bürgersteig vertrieben" worden sei "mit der falschen Behauptung, das sei mit dem Ordnungsamt der Stadt Xanten so vereinbart".

Für Dirk Schmidt-Enzmann von Media Spectrum, der mit der voilá promiton GmbH den Musiksommer veranstaltet, stellt sich der Vorfall deutlich anders dar: "Wir haben beim Konzert von Bob Geldof aus Sicherheitsgründen ein Meter hohe, sogenannte ,Mannheimer Gitter' entlang der Ostwall-Mauer aufgestellt, weil bei den beiden ersten Konzerten Kinder auf der Mauer rumgeturnt sind, die drei Meter in die Tiefe hätten stürzen können. Alle zwei Meter hingen Schilder mit der Bitte, sich nicht auf die Mauer zu setzen, sondern auf den gegenüberliegenden Bürgersteig zu stellen."

Das spätere "Opfer" habe - wie übrigens einige wenige andere Zaungäste auch - das Gitter ignoriert und sich auf die Mauer gesetzt. Dreimal sei er "freundlich aufgefordert" worden, die Mauer zu verlassen. Dann habe ihm der Ordner die Hand auf die Schulter gelegt, der Mann habe die Hand weggeschlagen. Daraufhin habe der Ordner ihn von der Mauer gezogen und auf dem Bürgersteig festgehalten.

Schmidt-Enzmann bedauert den Vorfall. "Da kommen weit mehr als 1000 Leute, um einen schönen Konzertabend zu genießen, und jetzt droht eine Hand voll Leute, alles kaputt zu machen". Das vermeintliche "Opfer" sei wenig später erneut auffällig geworden, habe auf dem Festivalgelände randaliert, nach Ordnern getreten, die ihm einen Platzverweis erteilen wollten.

Man habe die Polizei hinzuziehen müssen, von einer Anzeige aber abgesehen.

Quelle: RP
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