| 00.00 Uhr

Wesel/Köln
Gelebte Integration - zu Hause und in der Schule

Wesel/Köln. Die Schüler des Konrad-Duden-Gymnasiums kümmern sich mit einer Projektgruppe um Flüchtlinge an ihrer Schule.

Wer Fadi Al-Yeshi (16) und Ahmad Shikho (15) live erlebt, würde nicht auf die Idee kommen, dass sie erst seit kurzem in Deutschland sind. Die Syrer flüchteten auf abenteuerlichen Routen nach Deutschland, Al-Yeshi vor fünf Monaten, Shikho vor einem Jahr. Al-Yeshi flüchtete mit wohlgemerkt 16 Jahren in zwölf Tagen alleine über die Türkei, Griechenland, Bulgarien, Serbien, Ungarn und Österreich nach Deutschland. "Ich bin glücklich hier", sagt er. Ahmad Shikho aus Aleppo nahm mit seiner Schwester Rawida (27) und Bruder Houssein (23) einen Monat lang eine ähnlich lange Route, ihre Eltern sind in Aleppo geblieben.

Beide Jugendlichen besuchen nun die 18 Schüler starke internationale Klasse des Weseler Konrad-Duden-Gymnasiums und sind Nutznießer eines Integrationsprojektes der Schule, das von 37 Jugendlichen gestaltet wird. Ihr Deutsch wird stetig besser, durch tägliche Aktionen fühlen sie sich einer Gruppe zugehörig. "Viele reden immer von Integration und dann passiert nichts, wir wollen die Flüchtlinge aktiv in unser Leben einbinden", sagt Jonas Verlande (17), der viele Aktionen der Hilfsgruppe koordiniert.

Am vergangenen Freitag besuchten die fünf Helfer Franziska Krebbing (18), Rebekka Kohl (15), Ylenia Schmitz (17), Larissa Groß (15) und Jonas Verlande mit Ahmad Shikho und Fadi Al-Yeshi die Bildungsmesse "didacta" in Köln. Denn auch bundesweit ist man auf das Flüchtlingsprojekt des KDG aufmerksam geworden. Am Stand des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft kochten sie unter anderem eine syrische Kichererbsen-Möhren-Pfanne mit Kümmel und berichteten Staatssekretär Robert Kloos von ihrem Projekt. Den Kontakt hatte KDG-Schulköchin Sabine Schwarz-Schellewald hergestellt, die zuvor mit Schülern des KDG am gleichen Stand auf der "didacta" ein Schaukochen veranstaltet hatte.

Am Stand von Unicef band sich jeder aus der Gruppe ein Band mit der Aufschrift "Wir müssen Flüchtlingskindern helfen" um - und alle mussten lachen. Denn sie halten nichts von plakativen, leeren Phrasen, die es gerade beim Thema Integration zuhauf gibt, sondern werden lieber selbst aktiv. Den Rest des Tages verbrachten sie gemütlich in einem Restaurant, für die Besteigung des Doms oder den Besuch des Schokoladenmuseums reichte die Zeit nicht mehr.

Wer die Gruppe unterstützen möchte oder selbst mithelfen will, kann sich gerne bei Jonas Verlande per E-Mail an jonas@jonas-verlande.de melden.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wesel/Köln: Gelebte Integration - zu Hause und in der Schule


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.