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Wesel
Gemischte Reaktionen auf die L 460-Baustelle

Wesel: Gemischte Reaktionen auf die L 460-Baustelle
Floristmeisterin Margret Quernhorst aus Ginderich bietet wegen der "besonderen Anlässe" Kunden nun einen Blumen-Lieferservice an. FOTO: Ekkehart Malz
Wesel. Viele Gindericher beklagen weite Umwege, andere machen Vorschläge oder bieten Kunden wegen der schlechten Anbindung Lieferservice an. Von Fritz Schubert

Die Baustelle auf der Xantener Straße (L 460) ist auf der linken Rheinseite weiter ein Aufreger. Wie berichtet, klagen besonders die Bewohner Ginderichs darüber, dass sie nun monatelang auf unmittelbare Verbindungen nach Büderich verzichten sollen, derweil die Imgrund-Kreuzung jedoch für Linienbusse frei bleibt. Dem Aufruf der RP, ihre Erfahrungen zu schildern, sind etliche Leser gefolgt.

Ausdrücklich nicht als CDU-Politiker, sondern als privat betroffener Pendler meldete sich Dr. Heinzgerd Schott. Schließlich muss der Gindericher tagtäglich nach Wesel in die Feldmark, wo er als Oberstudiendirektor das Konrad-Duden-Gymnasium leitet. Er nennt das Vorgehen von Straßen NRW "eine Rücksichtslosigkeit". "Wenn der Bus die Xantener Straße queren darf, warum dann nicht ich?", fragt er. Die paar Gindericher werde die Kreuzung doch wohl verkraften. Umwege über den Ansässigen bekannte Feldwege zu nehmen, so Schott weiter, sei keine Alternative. Diese seien allenfalls als Behelf oder eben nur für Radfahrer geeignet. Überdies bleibe die Erreichbarkeit des Nachbardorfs Büderich für Volksbank-Kunden ebenso wichtig wie für Menschen, die zum Arzt, zur Apotheke oder zum Einkaufen müssten.

Ähnlich äußerte sich RP-Leserin Annemarie Aukthun. "Es ist verständlich, dass für die Baumaßnahmen Einschnitte, Sperrungen und Umleitungen geplant werden müssen. Aber das Dorf so abzuschneiden, geht gar nicht", teilte sie mit Verweis darauf mit, dass es im Dorf keine gängige Infrastruktur gebe. "Arzt, Apotheke, Schulen - dafür fahren die Gindericher nach Büderich oder Wesel. Jetzt soll man für jede Fahrt dorthin eine Rundreise durch den Niederrhein machen? Mal abgesehen von uns Berufspendlern, was wir an Zeit, Geduld und Mehrkosten an Benzin und für Verschleiß pro Fahrt haben, da das ja für die nächsten fünf bis sechs Monate so sein soll!" Aukthun erklärte zudem, sie wundere sich nicht darüber, dass die Umleitungen ignoriert werden. "Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Wer lässt sich schon gerne so sehr im täglichen Ablauf einschränken?"

Ein weiterer Leser teilte mit: "Ich fahre auch immer über die Ampelkreuzung von Ginderich nach Büderich, um nach Wesel zur Arbeit zu kommen. Ich sehe es nicht ein, so einen großen Umweg zu machen, wenn die Möglichkeit besteht, über die Kreuzung zu fahren. Und da ich aus Ginderich komme, sollte das in Ordnung gehen und nicht nur für Busse gelten - was Blödsinn ist, wie ich finde."

Eingegangen ist auch dieser Leser-Kommentar: "Die Sperrung ist nicht verstanden worden, weil Straßen NRW zum wiederholten Mal nicht ausreichend erläutert. Die Sperrung der Imgrund-Kreuzung dient dazu, den von Xanten kommenden Durchgangsverkehr aus Ginderich und Gest herauszuhalten. Die Gindericher fahren jetzt am Menzelener Baggerloch vorbei oder über Perrich nach Wesel."

Eckhard Meyer hat folgenden Vorschlag: "Lasst die ganze Beschilderung, auf der B 57 angefangen, bis in Ginderich, Büdericher Straße/ Birtener Straße, so, wie sie ist, aber nehmt nur das Verkehrszeichen vor der Kreuzung, Z 250 (Verbot der Durchfahrt für Fahrzeuge aller Art) samt Zusatzschild weg und verkürzt die Intervalle der Ampelschaltung. Ortsunkundige bleiben aufgrund der Beschilderung eh auf der B 57 und die Gindericher Bürger können, ohne eine Ordnungswidrigkeit zu begehen, nach und über Büderich fahren, ohne einen riesigen Umweg zu nehmen."

Aus der Not eine Tugend machen Leute wie Margret Quernhorst. Die Floristmeisterin verschickte Briefe an ihre Kunden mit dem Hinweis, dass sie wegen der "besonderen Anlässe" nun einen Blumen-Lieferservice von Ginderich nach Wesel anbietet. Bestellen solle man aber mindestens einen Tag vorher.

Quelle: RP
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