| 00.00 Uhr

Serie Weseler Wahrzeichen (folge 31)
Gerettetes Relikt: Das Haus Bossigt

Serie Weseler Wahrzeichen (folge 31): Gerettetes Relikt: Das Haus Bossigt
Eine Zierde für Lackhausen ist das Baudenkmal Haus Bossigt, das heute als Hotel Haus Duden bekannt ist. FOTO: Jana Bauch
Wesel.  Gern wird von Gut Bossigt gesprochen. Dass es Haus Bossigt heißen müsste, hat der Weseler Gymnasiallehrer und Duden-Kenner Horst Schroeder stets vertreten. Schon weil der Begriff "Gut" den Eindruck erwecke, Konrad Duden sei in besten Verhältnissen aufgewachsen. Von Fritz Schubert (Text) und Jana Bauch (Foto)

Es war ganz anders. Dudens Vater, der gleichfalls Konrad hieß, hatte sich als "Liqueurfabrikant" mit einer Branntweinbrennerei in eine Pleite geritten, von der er sich nie wieder erholte. Das 1828 von seinem Schwiegervater Dr. med. Jacob Monjé übernommene Landgut Bossigt musste die hoch verschuldete Familie bereits 1833 verlassen. Da war Klein-Konrad vier Jahre alt. Seine gute Ausbildung war nur mit fremder Hilfe möglich. Schon als Elementarschüler verbringt er zwei Jahre im evangelischen Waisenhaus, weitere acht als Gymnasiast. Aus Stiftungsvermögen erhält er Kost, Logis, Schulgeld und auch Kleidung.

Der Volksmund spricht vom Dudenschlößchen. Doch nur wenige Jahre also hat der spätere Vater der deutschen Rechtschreibung in Lackhausen, das seinerzeit noch nicht zu Wesel gehörte, verbracht. Seine Geburtsstätte ist als Hotel Haus Duden für den Ort heute eine wahre Zierde. Umfangreiche Renovierungen und der Umbau zu einer gediegenen Herberge mit Tagungsmöglichkeiten haben dem Gemäuer gutgetan. Dazu dienten historischen Teile von 1767 sowie Erweiterungen von 1887 und 1970.

Das Haus steht unter Denkmalschutz und hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Verschiedene Quellen nennen schwierige Phasen, in denen es heruntergekommen war. Nicht genau belegt ist, wo die amerikanischen Truppen am 24./25. März 1945 bei der Luftlandung der Alliierten ihren Gefechtsleitstand hatten. Bei Haus Bossigt soll er gewesen sein. Die schweren Kämpfe mit Tausenden Toten fanden unmittelbar vor der Haustür statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Flüchtlinge hier untergebracht. Der Komplex wird dann auch gastronomisch genutzt.

Hinter nicht mehr ganz so vorgehaltener Hand wie früher werden Geschichten von einem Bordellbetrieb erzählt. Alles Vergangenheit, die in der heutigen Idylle nicht mehr spürbar ist.

Gewinnspiel Was ist Ihr liebstes Wahrzeichen? Schreiben Sie uns eine Mail mit Ihrem Favoriten unter den Wahrzeichen, gerne mit kurzer Begründung an wesel@rheinische-post.de. Alle Details zu den zur Wahl stehenden Wahrzeichen, zur Verlosung und zum Gewinn im Internet unter www.rp-online.de/wesel. Schreiben Sie alternativ eine Karte mit ihrem liebsten Wahrzeichen an Redaktion Wesel, Großer Markt 11, 46483 Wesel, Betreff: "Wahrzeichen". Nennen Sie Namen und Adresse. Aus den Einsendungen erstellen wir eine Top-Liste, die wir in der Zeitung veröffentlichen.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Serie Weseler Wahrzeichen (folge 31): Gerettetes Relikt: Das Haus Bossigt


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.