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Wesel
Gert Bork für Einsatz gegen Bahnlärm und für Sicherheit geehrt

Wesel. "Hätte ich damals gewusst, wie lang sich das alles hinzieht, hätte ich vielleicht anders entschieden", sagt Gert Bork. 23 Jahre ist es nun her, dass der Weseler sich dazu bereit erklärte, in der Bürgerinitiative "Betuwe - So nicht!" mitzuwirken. Und noch immer ist sein Engagement ungebrochen und die Auseinandersetzung mit der Bahn und der Politik nicht beendet. Noch immer gibt es jede Menge zu tun. Die Ausdauer, die der heute 60-Jährige dabei an den Tag legt, um einen für die Anwohner möglichst verträglichen Ausbau der Bahnstrecke zu erreichen, ist beeindruckend. Dafür wurde er nun mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Wesel geehrt.

Es brauche einiges an Durchhaltevermögen und Hartnäckigkeit, um sich gegen einen so scheinbar übermächtigen Gegner wie die Bahn zu stellen, sagte der Erste Beigeordnete Daniel Kunstleben bei der Preisverleihung. Dem widersprach Gert Bork. Nicht die Bahn sei der Hauptgegner, sondern vielmehr die Politik. "Wie Bürokratie, Ignoranz und Lobbyismus da miteinander verknüpft werden, das ist schon ein Trauerspiel." Der Bürger solle bei den Überlegungen zum Ausbau im Mittelpunkt stehen, werde statt dessen aber ignoriert. "Man rennt so oft vor Mauern. Ich kann schon verstehen, wenn einige meiner Mitstreiter da irgendwann das Handtuch werfen."

Er freue sich aber über die Anerkennung seines langjährigen ehrenamtlichen Engagements, bedankte sich der Weseler, der als Ingenieur bei den Duisburger Stadtwerken tätig ist und bald in den Vorruhestand geht. Eine solche Ehrung sei Motivation weiterzumachen. "Auch wenn es ehrlich gesagt noch schöner wäre, wenn wir spürbare Erfolge erzielen könnten."

Seit Jahren führen die Aktiven der Bürgerinitiative immer wieder Gespräche mit Vertretern der Bahn und Politikern, klären Bürger auf und machen ihnen die mit Fachbegriffen gespickten Informationen der Bahn verständlich. Die Bürgerinitiative sei ja nicht grundsätzlich gegen den Ausbau der Strecke, betonte Hanne Eckhardt, ebenfalls in der Gruppe aktiv. "Die Güter müssen von der Straße herunter, nur nicht so."

Es gehe um die Gesundheit, fügte Gert Bork hinzu. Bahnlärm sei schädlicher als Fluglärm. Hinzu komme die Sicherheit. Er habe sich mit jemandem aus Holland unterhalten, berichtete Bork. "Er war fassungslos, dass hier die Sicherheitsbedenken und Forderungen der Feuerwehr vom Staat einfach ignoriert und abgelehnt werden." Lärmschutz und Sicherheit müssten garantiert werden, sagte Bork.

(gasch)
 
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