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Hamminkeln
Gesamtschule: "Ängste werden geschürt"

Hamminkeln: Gesamtschule: "Ängste werden geschürt"
Franz-Josef Keiten kritisiert Schulleiterin Anette Schmücker. FOTO: Malz
Hamminkeln. Offener Brief an Rat und Verwaltung: Dingdener Schreinermeister wirft Elternpflegschaft und Schulleiterin vor, bei ihrer Unterschriftensammlung mit Emotionen zu beeinflussen. Ein Keil werde so in die Elternschaft getrieben. Von Thomas Hesse

Mit einem Offenen Brief an Bürgermeister Holger Schlierf, die Mitarbeiter der Verwaltung und die Ratsfraktionen schaltete sich gestern der Dingdener Schreinermeister Franz-Josef Keiten in die aufgebrandete Debatte um die Dependance-Lösung für die Gesamtschule ein. Nach der vom Fachausschuss abgeblasenen Elternbefragung gehen Befürworter und Gegner in die Offensive. Heute, 19.30 Uhr, Bürgerhaus in Hamminkeln, trommeln die Grünen mit Elternpflegschaft und Schulleitung für die Zentrallösung. Die USD hat eine Unterschriftenaktion für den Erhalt des Standorts Dingden gestartet. CDU und SPD wollen die Filiale, für die ein Ratsbeschluss gilt, ebenfalls, nur mit unterschiedlicher Belegung. Keiten beklagt nun, dass Emotionen geweckt und Ängste geschürt würden - von Elternpflegschaft und Schulleiterin.

Keiten ist Familienvater, eins seiner Kinder geht noch in die Grundschule. Zwangsläufig interessieren ihn Schulthemen. "Als Bürger der Stadt und Dingdener weiß ich, dass die Gesamtschule 2012 beschlossen wurde unter der Bedingung, dass eine Filiale bleibt. Schulleiterin Anette Schmücker wusste das, als sie nach Hamminkeln gekommen ist. Wieso betreibt sie die Unterschriftensammlung, wieso kämpft sie jetzt gegen das, was beschlossen ist?", sagte Keiten gestern. Schmücker solle in sich gehen, schließlich habe sie als Angestellte den Auftrag ihres Arbeitgebers auszuführen. Er habe erlebt, dass bei den Protestunterschriften der Elternpflegschaft "heftig Emotionen geschürt und Ängste aufgebaut werden. Es herrscht Halbwissen bei den Eltern über die tatsächliche Situation." Stichworte: "eingeschränktes Unterrichts-Angebot, AGs, die angeblich nicht stattfinden können, angebliche Logistikprobleme beim Bustransfer".

Obwohl der Beschluss für den Doppel-Standort bestehe, werde so ein Keil in die Elternschaft getrieben. "Es kann keine Lösung sein, jetzt Leute gegeneinander aufzubringen. Das hat mich angetrieben zum Offenen Brief, es ist mir eine Herzensangelegenheit, das Thema friedlich zu lösen", sagte er der RP. Darüber hinaus hält er die Kostenschätzung für Ausbau in Dingden und Hamminkeln für nicht schlüssig. Er schreibt im Brief, dass das Motto "Sieben Dörfer unter einem Dach..." zwar funktioniere, aber immer mehr ausgehöhlt werde. Vieles sei Ehrenamtlichen zu verdanken (z.B. in Dingden: Freibad, Einsegnungs-Halle am Friedhof am Bokern, Humberghaus, Vereinsheime, Kunstrasenplätze, Kirmesplatz). Da sei es nicht verwunderlich, wenn Verärgerung aufkomme, wenn in der Diskussion um den Schulstandort das Dorf als Diaspora bezeichnet werde. Er stellt Fragen nach Räumen, Klassengrößen, Verkehrsaufkommen bei einer Zentrallösung und mehr. Es gebe Orte, in denen Dependance-Lösungen bestens funktionieren. Und: "Denkt jemand an die Vereine und Verbände, die zum Teil seit Jahrzehnten wertvolle Jugendarbeit in Dingden leisten und dankenswerterweise einige Räume der Hauptschule nutzen?"

Quelle: RP
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