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Schermbeck
Geschichten aus über 40 Jahren Ferienlager

Schermbeck: Geschichten aus über 40 Jahren Ferienlager
Viele junge Teilnehmer aus den Kinderferienlagern der Gemeinde waren am Wochenende bei dem Treffe dabei. FOTO: Scheffler
Schermbeck. Die Teilnehmer der Kinderferienlager der Ludgerusgemeinde tauschten am Wochenende Erinnerungen aus. Von Helmut Scheffler

Erinnerungen an die bisherigen Kinderferienlager (KiFeLa) der Ludgerusgemeinde standen am Samstag im Mittelpunkt eines Treffens, zu dem Ingrid Bienbeck, Michaela Schult und Helen Becker ehemalige Leiter, Küchenpersonal und Teilnehmer eingeladen hatten.

Das Treffen begann mit einem Gottesdienst in der Ludgeruskirche, der von den Pastoren Franz-Gerd Stenneken, Xavier Muppala und Pater Antony Mooleparambil geleitet wurde. Der Gottesdienst wurde von Anne Becker und Marina Kraß vorbereitet. Mit zahlreichen Fotos wurde an die Aufenthalte der Kinder in verschiedenen Lagern seit 1974 erinnert. In Rollenspielen erinnerten Christina Keller, Esther Schlamannn, Marina Kraß und Anne Becker an den typischen Ablauf eines Ferienlagers zwischen dem Start mit dem Bus, dem traditionellen Bergfest und dem Abschied.

In ein großes Boot wurden am Samstag all die Gegenstände gelegt, die zu einem Ferienlager gehörten. Das reichte vom Koffer über Besen, Fußball und Weihwasserbehälter bis hin zur Kilianfahne. Der Friedensgruß nach dem "Vater unser" fiel am Samstag recht originell aus. An Luftballons befestigte Wünsche wurden per Schwingtuch in die Höhe gewirbelt und suchten sich irgendwo in der Kirche einen Empfänger. Mit dem "Amazing Grace", das am Ende eines jeden Ferienlagers gesungen wird, verabschiedeten die "PilsQn Buam" die Gottesdienstbesucher, von denen ein Großteil am geselligen Part des KiFeLa-Treffens in der Begegnungsstätte der Pfadfinder teilnahmen.

Eine Kette mit Plaketten weckte gleich im Eingangsbereich Erinnerungen an die Schützenfeste, die seit dem Jahre 2000 veranstaltet wurden und dabei nach der Art der "richtigen" Kiliansfeste in der Heimat abliefen. Erstes Königspaar waren Dominik Alimi und Esther Schlamann. Derzeit regieren noch Nils Trapp und Melina Greve, die 2014 in Halle inthronisiert wurden.

Eine chronologisch geordnete Bilderleiste an Wänden des großen Raumes wurde im Verlauf des Abends immer wieder zum Magneten. "Guck mal, das bin ich", "Wo ist die Ute hingezogen?", "Jörg hat vor zwei Jahren geheiratet" und "die hat sich kaum verändert" waren einige typische Kommentare, die man hören konnte, wenn man einer Kleingruppe vor der Bilderleiste zuhörte. Und Sprechanlässe gab es reichlich, weil die Fotos den Alltag eines Lageraufenthaltes akribisch nachzeichneten. Auf den ersten Fotos aus dem Jahre 1974 entdeckte sich Monika Schmidt, die damals als 15-Jährige von der Pastoralreferentin Dorothee Gosse gebeten wurde, als Betreuerin einer Gruppe mit nach Nunspeet in den Niederlanden zu fahren, wo die Kinder in einfachen Holzbaracken lebten. Die ehemalige Pastoralreferentin Monika Hölker wusste zu berichten, dass sie Ende der 1980er-Jahren zusammen mit Franz und Hanni David-Spickermann bei drei Lageraufenthalten in der Küche stand. Das Küchen-Trio Friedhelm Hansen, Ulrike Heming und Renate Hansen blätterte in einer Erinnerungsschrift an den Aufenthalt in Steckenborn im Jahre 1994.

In Kleingruppen plauderten die Gäste über viele Erlebnisse im Lager, über Spielerunden und Tanzabende, über Fußballturniere und Ausflüge. Häufig stand ein Leiter-Suchspiel auf dem Programm. Dann galt es, in dem jeweiligen Städtchen die irgendwo versteckten Leiter zu finden, die dabei häufig sehr viel Einfallsreichtum bewiesen. In guter Erinnerung blieben auch die Lagergerichte. Wer zuvor die Nacht zum Tag gemacht hatte, wer den Leitern einen Streich gespielt hatte oder den Abwasch verweigerte, der musste sich nicht wundern, wenn zur Bestrafung ein Sonderlauf durchs Lager fällig wurde.

Quelle: RP
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