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Wesel
Gindericher Vereine suchen Ideen für alte Grundschule

Wesel. Morgen endet der Unterricht im Wallfahrtsort - für immer. Ins Gebäude zieht von August bis Ende 2016 der Offene Ganztag aus Büderich. Von Klaus Nikolei

Ende der Woche beginnen die Sommerferien. Zeitgleich endet morgen der Unterricht in der Gindericher Grundschule - und zwar für immer. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Schulgebäude künftig verwaist sein werden. Denn der Offene Ganztag an der Büdericher Grundschule wird ab dem neuen Schuljahr, das am 24. August beginnt, von Büderich nach Ginderich ziehen. Grund: In der Büdericher Schule wird die ehemalige Wohnung der Hausmeisterin bis Ende des Jahres für die Betreuung umgebaut.

Mit dem Auslaufen der Gindericher Grundschule verbunden ist auch das Ende des von Eltern organisierten "Piratentreffs". Eine der drei Mitarbeiterinnen hat das Job-Angebot des Internationalen Bundes (IB) angenommen, der Träger des offenen Ganztages ist. Mehrfach am Tag werden ab dem 24. August Busse zwischen Büderich und Ginderich pendeln.

Was mit der Gindericher Schule passiert, wenn der Offene Ganztag voraussichtlich Anfang 2017 in die Räume der dann komplett umgebauten Hausmeisterinnenwohnung einzieht, ist noch völlig offen. So jedenfalls heißt es beim zuständigen Gebäudeservice im Weseler Rathaus. "Wir stehen mit den Gindericher Vereinen in Kontakt und wollen schauen, welche Vorstellung man dort hat", sagt Fachbereichsleiterin Anita Timmreck auf Anfrage. Keinerlei Interesse mehr an dem Gebäude hat, wie berichtet, die Sonsbecker Initiative für integratives Leben (INI).

Bei der jüngsten Zusammenkunft des Koordinationsausschusses der Gindericher Vereine war die mögliche Nutzung der Schule eines der Hauptthemen. Herbert Wesely, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Kunst & Kultur, gehört zu den engagierten Bürgern, die an einem Nutzungskonzept arbeiten. "Ich habe mich angeboten, die Ideen zu bündeln", sagt der ehemalige Leiter des Revierparks Vonderort in Oberhausen, dem seine langjährige Berufserfahrung für diese Arbeit sicher zugute kommt.

Zwar würden schon jetzt verschiedene Vereine wie die Karnevalisten oder der Spielmannzug Klassenräume für Proben nutzen, die Landfrauen in der Schulküche kochen und backen und der Sportverein die Turnhalle nutzen. Doch das alles, so sagt Wesely, "reicht noch nicht. Wir müssen verstärkt nach anderen Nutzern suchen." Beispielsweise soll unter anderem mit Ärzten und Therapeuten gesprochen werden, ob diese dort nicht Angebote machen könnten. Auch wolle man mit Künstlern sprechen, ob diese Kurse in den Klassenräumen anbieten könnten. "Wir benötigen nicht die ganz Schule, sondern nur Teile wie beispielsweise den Nebenbau, der auch barrierefrei ist", sagt Wesely. In den nächsten Wochen sollen Gespräch mit möglichen Interessenten geführt und einzelne Projektgruppen ins Leben gerufen werden. Im September dann könnten, so Wesely, "die ersten konkreten Überlegungen in der Dorfschmiede vorgelegt werden." So wie er sind auch sicher viele andere Gindericher gespannt, welche Vorschläge da zusammengetragen werden und was am Ende wirklich realisiert werden kann. "Eine sehr spannende Aufgabe", findet Wesely, der überzeugt ist, dass die Gindericher Schule dauerhaft mit Leben gefüllt sein wird. "Alles, was es schon gibt beziehungsweise was noch an Ideen von den Vereinen kommt, sollte in einem Dorfbüro gesammelt und koordiniert werden." Außerdem soll die Zusammenarbeit mit den Nachbardörfern gestärkt werden.

Quelle: RP
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