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Hamminkeln
Glasfaser: Das Netz wird dichter gewebt

Hamminkeln. Der Anschluss an die Datenautobahn schreitet im Dorf Brünen stark voran. Doch für den Außenbereich reicht das nicht. Die Unterbauerschaft schließt sich selbst an - per Verein. Dass Richtfunknetz für ländliche Bezirke wird jetzt untersucht. Von Thomas Hesse

Tischlermeister Dieter Holsteg benötigt den schnellen Internetanschluss nicht unbedingt. Doch als Vorsitzender des Gewerbevereins und Aktivist von Bürger für Brünen macht er gerne mit, wenn es um die Glasfaser-Versorgung des Dorfes geht. "Das schnelle Netz ist gut für den Standort", sagt er. Gestern wurde sein Anschluss durch die Deutsche Glasfaser online geschaltet.

200 Anschlüsse bis zum Jahresende will Projektleiter Markus Kratz fertiggestellt haben. 320 Verträge hat das Unternehmen in Brünen abgeschlossen, das Netz wurde für 800 Wohneinheiten voll ausgebaut, so dass weitere Kunden schnell angebunden werden können. Doch der Außenbereich ist für die Deutsche Glasfaser nicht lukrativ. Hier sind andere Lösungen gefragt. In der Unterbauerschaft arbeitet man mit RWE zusammen, Leerrohre für das Netz liegen, und nun wird ein Verein gegründet. Untersucht wird in weiteren ländlichen Bereichen die Chancen für ein Richtfunknetz. Holsteg ist für das Unternehmen ein "Pilotkunde", der jetzt über einen 100 Mbit-Anschluss verfügt. "Es ist der 40. Anschluss in Brünen. Wir wollen ein Zeichen setzen, dass wir beim Ausbau den Zeitplan einhalten", sagt Kratz. Das Signal wird in Richtung Mehrhoog ausgesendet, wo auch die Konkurrenten RWE und Telekom unterwegs sind. Die Deutsche Glasfaser, die einen Anschlussgrad von 40 Prozent als Bedingung sieht, war hier in der ersten Phase der Nachfragebündelung gescheitert. Das Anmeldeverfahren wurde verlängert, derzeit sind 34 Prozent in Mehrhoog erreicht. Das dürfte reichen, wenn die Frist nächste Woche ausläuft. In Brünen verlegte das Unternehmen Glasfaser in 30 Zentimeter Tiefe, 20 Kilometer Tiefbau wurden geleistet. "Die hauen richtig rein. Wenn morgens gegraben wird, sieht man abends nicht mehr, dass sie hier tätig waren", sagt ein beeindruckter Bürgermeister und Brüner Bernd Romanski. Er bekommt selbst einen Glasfaseranschluss. Stadtweit liegt der Versorgungsgrad mit Breitband unter 50 Prozent, in den Ortskernen ein ganzes Stück darüber. Theoretisch können 80 Prozent der Haushalte und Firmen angeschlossen werden. Der Bedarf ist aber nicht immer da. Aber: "Für das Brüner Gewerbegebiet Auf dem Stemmingholt ist der Anschluss wichtig", sagt Dieter Holsteg.

Beim Anschlussgrad ist die Unterbauerschaft weit voraus. 98 Prozent seien es hier, so Romanski. Das ist angesichts der dünn besiedelten Gegend, wo es aber wichtige Firmen gibt, auch nötig. Der Ausbau des Netzes ist für 2017 geplant. Zwischen RWE und dem zu gründenden Verein wird es einen Konsortialvertrag geben. Das Ziel ist eine flächendeckende Glasfaserversorgung für die Unterbauerschaft - so wie es in Eigenregie schon in Loikum gelungen ist. Der maximale Eigenbetrag pro Anschluss soll 1500 Euro sein. Das ist nicht wenig, aber angesichts der Vorteile akzeptabel. Die Weichen sind gestellt: "Teilnehmergemeinschaft Glasfasernetz Brünen-Unterbauerschaft" wird der Verein heißen, der am 30. November aus der Taufe gehoben werden soll. - ein Meilenstein.

Bleibt noch das Richtfunknetz, um auch noch den letzten Hof zu erreichen. Hamminkeln agiert hier mit Schermbeck und Hünxe zusammen. 50.000 Euro Fördergeld wurden zugesagt, um die Machbarkeit zu prüfen. Die Topographie wird untersucht, per Drohne erkundet, wo Sendemasten welche Bereiche erreichen. Dann werden auch die Kosten der Umsetzung klar.

Quelle: RP
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