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Wesel
Gleis im Radweg am Rhein sorgt für Gefahr

Wesel: Gleis im Radweg am Rhein sorgt für Gefahr
Bärbel Flores, die im August '15 mit ihrer Fiets in das Gleis der Hafenbahn geraten und schwer gestürzt ist, will auf die gefährliche Stelle aufmerksam machen. FOTO: Malz
Wesel. Ein längst nicht mehr gültiges Fußweg-Piktogramm sorgt für Verwirrung im Bereich Fischertorstraße/Rheinpromenade. Das jedenfalls beklagt die Weselerin Bärbel Flores, die dort im August 2015 einen schweren Fahrradunfall hatte. Von Klaus Nikolei

Viele Jahre ist Bärbel Flores fast täglich mit dem Rad von Flüren über den Deich und an der Rheinpromenade vorbei in die Weseler Innenstadt zur Arbeit gefahren. Auch an jenem verregneten Augusttag 2015, der ihr in äußerst schlechter Erinnerung blieben wird. Denn an besagtem Tag geriet sie in Höhe des Cafés Rheinstübchen beim Wechsel von der Straße auf den Radweg mit dem Hinterrad in die Schiene der Hafenbahn. "Ich bin damals so unglücklich gestürzt, dass ich mehrere Wochen im Krankenhaus lag, Kopfverletzungen und einen Oberschenkelhalsbruch erlitten habe", sagt sie.

Die langjährige Mitarbeiterin des Deutschen Kinderschutzbundes macht sich natürlich Vorwürfe, dass sie nicht besser aufgepasst hat. "Gleichzeitig habe ich in der jüngsten Vergangenheit von mehreren Leuten, denen ich meine Geschichte erzählt habe, erfahren, dass sie selbst oder auch Verwandte an der gleichen Stelle gestürzt sind. Ich möchte an die Öffentlichkeit gehen und auf die Gefahr aufmerksam machen, damit künftig niemand das miterleben muss, was ich erlebt habe durch den Sturz."

Das Fußgänger-Piktogramm habe keine Bedeutung, sagt die Verwaltung. Hier ist Radeln erlaubt. Das Zeichen im Asphalt abzufräsen, hat man sich bislang gespart. FOTO: Malz, Ekkehart (ema)

Der 55-jährigen Weselerin geht es also nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum, dass die Stadt endlich für jeden deutlich macht, wo man als Radfahrer wie genau fahren darf oder nicht. Denn das ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich.

Dass nämlich Bärbel Flores überhaupt auf der Straße gefahren und erst an besagter Stelle auf den Radweg umgeschwenkt ist, hat mit dem leicht verwitterten Fußgänger-Piktogramm auf dem Radweg an der Rheinpromenade zu tun. "Rentner hatten mir vor längerem zu verstehen gegeben, dass ich auf einem Fußweg fahre. Schließlich gibt es dort den blauen Kreis mit einer Frau, die ein Kind an der Hand führt. Also bin ich auf der Straße gefahren und später abgebogen. Und das wurde mir zum Verhängnis."

Die RP hat gestern nachfragt im Rathaus, welche Bedeutung das Piktogramm denn nun tatsächlich hat. "Keine", sagt Gerd Füting, der im Ordnungsamt für Verkehrsangelegenheiten zuständig ist. Das Piktogramm müsse nur in Verbindung mit einem identischen Schild beachtet werden. Das Schild ist aber schon vor Jahren verschwunden, weil sich die Gesetzeslage geändert hatte und die Straße für Räder geöffnet wurde.

Das Piktogramm ist allerdings auf dem "nicht benutzungspflichtigen Radweg" geblieben. "Weil ein Herausfräsen des Zeichens teuer geworden wäre", lautet Fütings Erklärungsversuch. Und dann räumt er ein, dass man "der Sache nachgehen muss, wenn es offenbar diese Irritationen gibt". Dabei macht er allerdings auch klar, dass Bärbel Flores in Höhe des Rheinstübchens gar nicht nach rechts über die Gleise hätte fahren dürfen, weil es dort zwei durchgezogene Linien gibt.

Bärbel Flores weiß genau, dass sie besser hätte aufpassen müssen an jenem verregneten Augusttag im vergangenen Jahr. Trotzdem ist sie der Überzeugung, dass das Piktogramm weg muss, um Missverständnisse aus der Welt zu räumen. Und sie hofft inständig, dass die Politik das Problem endlich auch als echtes Problem erkennt und die nötigen Schritte einleitet, um das Radfahren am Rhein ein wenig sicherer zu machen.

Quelle: RP
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