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Wesel
Grav-Insel und Nabu arbeiten an Biotop-Projekt

Wesel. Im Rheinvorland unweit des Auesees soll ein Areal, größer als Monaco, Heimat für bedrohte Vogelarten werden. Von Klaus Nikolei

Nach dem doch ein wenig zu ausführlich geratenen Experten-Vortrag zum Thema "Neubau eines vom Evangelischen Krankenhaus finanzierten Minikreis-Verkehrs auf dem Aaper Weg" war der nachfolgende Tagesordnungspunkt im Weseler Stadtentwicklungsausschuss für die Politiker eine wahre Wohltat. Das lag zum einen daran, dass Referent Peter Malzbender, engagierter Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) im Kreis Wesel, den Ausschussmitgliedern aus der Seele sprach. Er bezeichnete nämlich die Ausführungen seines Vorredners als "Zumutung" und betonte, dass ihn das alles "irgendwie an meine alte Unizeit erinnert hat". Zustimmendes Nicken der Politiker. Allerdings hielt sich auch Malzbender nicht an die vorher mit der Verwaltung vereinbarte Redezeit von zehn Minuten. Doch das nahm ihm gestern niemand wirklich krumm. Denn das, was er zu erzählen hatte, war für alle äußerst interessant.

Zusammen mit Frank Seibt, dem Chef des Campingplatzes Grav-Insel, plant der Nabu das "Naturschutzprojekt Grav-Insel". Um vor allem ein Rückzugsareal für bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu bieten, soll aus dem Vorlandbereich Rheinwardt ein Biotop werden. Mit 240 Hektar ist das Areal größer als Monaco.

"Herr Seibt hat den Landwirten, die hier mehrfach im Jahr Gülle ausgebracht haben, gekündigt. Unser gemeinsames Ziel ist, dass in diesem Gebiet die Artenvielfalt gesteigert werden soll", so Malzbender. "Denn wo die Insekten sind, sind auch die Arten."

Mit Hilfe einer Powerpoint-Präsentation machte der Naturschützer deutlich, wie viele seltene Vogelarten im teilweise feuchten Rheinvorland künftig ideale Lebensbedingungen vorfinden könnten.

Damit die Bevölkerung und natürlich auch Touristen das Naturschutzgebiet zwischen Auesee und Grav-Insel als Bereicherung empfinden, sollen Beobachtungstürme und Infotafeln aufgestellt und nach Ende der Brutzeiten auch Führungen angeboten werden. Natürlich, so versicherte Peter Malzbender dem Ausschuss, werde man die ganze Sache mit den zuständigen Behörden (unter anderen mit der Bezirksregierung Düsseldorf) im Detail besprechen. Beifall.

SPD-Fraktionschef Ludger Hovest begrüßte ausdrücklich die Projektinitiative von Frank Seibt und Nabu, die den gesamten Auesee-Bereich aufwerten dürfte. "Eine wirklich gute, am Niederrhein einmalige Sache, hinter der auch die Verwaltung zu 100 Prozent steht", so Hovest.

Quelle: RP
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