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Wesel
Grüne stehen zum Schulbeschluss

Wesel: Grüne stehen zum Schulbeschluss
Ulrich Gorris, Fraktionssprecher der Grünen im Rat FOTO: Bosmann, Jürgen (bosm)
Wesel. Schulschließungen für Gesamtschul-Dependance: Fraktion sieht Elternwillen durch Anmeldung.

Die Weseler Grünen stehen zu dem vom "Bildungsbündnis für gemeinsames Lernen" eingeschlagenen Weg der Schulentwicklung in Wesel. Dies erklärten Fraktionssprecher Ulrich Gorris und seine Stellvertreterin Marlies Hillefeld. Wie berichtet, hat die Ratsmehrheit gegen die Stimmen von CDU und FDP das Auslaufen der Martini-Hauptschule und der Realschule Mitte zugunsten einer Innenstadt-Dependance der Gesamtschule Am Lauerhaas beschlossen. Die Diskussion war von Protesten begleitet, unter anderem vom Stadtelternrat.

Marlies Hillefeld, stellvertretende Fraktionssprecherin FOTO: unknown

Die Grünen erläutern ihre Haltung für diesen Weg der Schulentwicklung. So entspreche die "nach ausführlicher Abwägung aller Vor- und Nachteile gefundene Lösung - die Gesamtschule wird erweitert, Martini-Hauptschule und Realschule Mitte laufen aus -" dem Elternwillen und den von der Bezirksregierung Düsseldorf gestellten Anforderungen "annähernd vollständig". Wer jetzt eine Elternbefragung fordere, die er übrigens in den vergangenen Jahren immer abgelehnt habe, so die Grünen in ihrer Mitteilung weiter, der wolle "nur den Erhalt des Status quo - auf Kosten der Kinder, denen als pädagogisch wertvoll anerkanntes gemeinsames Lernen vorenthalten werden soll". Bekanntlich hatten CDU und FDP Unterschriften für die Durchführung einer Elternbefragung gesammelt. Bei so einer Befragung aber, so Gorris und Hillefeld, gehe es um das Minderheitenrecht für Erziehungsberechtigte, ihren von der Stadt bisher nicht erfüllten Wunsch nach einer bestimmten Schulform, in diesem Fall der Gesamtschule, zu bekräftigen.

Die Grünen bemühen Zahlen. So seien in den letzten drei Jahren 217 und damit ein Drittel aller Kinder, die gerne zur Gesamtschule wollten, abgewiesen worden, während in der gleichen Zeit die Anmeldezahlen der Hauptschule und beider Realschulen unter die Schwelle der Zukunftsfähigkeit gefallen seien. "Nach unserem Antrag und der Empfehlung der Arbeitsgruppe ,Zukunftsdialog' sollen die beiden Realschulen zusammengelegt werden, womit der Wunsch derjenigen Erziehungsberechtigten erfüllt wird, die für ihr Kind diese Schulform bevorzugen", sagen die Grünen.

Für Erweiterung der Gesamtschule sei überdies nach Auskunft der Bezirksregierung eine Elternbefragung nicht vorgesehen, sagen Gorris und Hillefeld: "Wir lehnen es auch ab, Eltern von Grundschülern dazu benutzen zu wollen, vielen Kindern den von ihnen beanspruchten Zugang zur Gesamtschule zu verwehren." Nichts wäre gewonnen, wenn sich die Gegner der Umgestaltung der Weseler Schullandschaft durchsetzen würden, sagen die Grünen und befürchten Stillstand sowie vertane Bildungschancen, "bis die Bezirksregierung die Hauptschule und eine Realschule aus Mangel an Schülern per Erlass schließt. Die einzig relevante Frage beantworteten Erziehungsberechtigten damit, an welcher Schule sie ihr Kind verbindlich fürs nächste Schuljahr anmelden.

Quelle: RP
 
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