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Hamminkeln
Grüne von gläserner Molkerei in Nordbrock angetan

Hamminkeln. Landwirt Ludwig Groß-Bölting hat den Wechsel von der konventionellen zur biodynamischen Produktion vollzogen.

Wenn Ludwig Groß-Bölting nach seinen Lieblings-Käsesorten gefragt wird, zögert er nicht lange. "Der Bierkäse aus Kuhmilch, der bei uns nur ,Der Nordbrocker' heißt. Und unser Ziegenkäse, der nicht umsonst als ,Der Beste' angeboten wird", sagt der Bio-Bauer aus Nordbrock. An der Borkener Straße 10 liegt sein Familienbetrieb, der Markenname "Dingdener Heidemilch" hat ihn bekannt gemacht. Das weiß man mittlerweile auch in Brünen, wo Groß-Böltings auf dem Wochenmarkt verkaufen, und in Wesel, wo die Bio-Produkte freitags auf dem Markt von Steinbring im Gewerbegebiet Am Schornacker zu haben sind. Für die Grünen im Kreistag haben die Nordbrocker gezeigt, wie der Schwenk von der konventionellen zur biodynamischen Produktion gelingen kann. Gestern haben sie vorbeigeschaut.

Am Anfang stand eine Entscheidung. Sohn Bastian wollte Landwirt werden, doch der Hof mit 25 Kühen war zu klein, um bestehen zu können. Auf einem der ältesten Höfe am Rande des Naturschutzgebietes Dingdener Heide, wo seit mehreren Generationen eine bunte Herde von Milchkühen gehalten wird, suchte man nach einer Alternative. 2005 schloss man sich dem Biolandverband an, der klare ökologische Regeln setzt. Erst zog eine Ziegenherde ein, Milchkühe wurden aber weiter gehalten. Heute liefern 45 Kühe die biodynamische Heidemilch, auf dem Hof tummeln sich nur noch ein paar Ziegen. Ziegenmilch wird von Gerd Holloh aus Marienthal zugeliefert. Der Schritt in die regionale Vermarktung war dann selbstverständlich.

"Seit 2012 verarbeiten wir in unserer Hofmolkerei Ziegenmilch und einen Teil unserer Kuhmilch zu verschiedenen Sorten Schnittkäse, Weichkäse, Frischkäse, Joghurt und Trinkmilch. Wir haben eine kleine gläserne Molkerei. Im Hofladen kann man durchs Fenster zuschauen, wie die Produkte entstehen", sagt Ludwig Groß-Bölting. Die Grünen Hubert Kück (Kreistag) und Johannes Flaswinkel (Hamminkeln) waren begeistert. Sie rühmten den Mut des Nordbrockers zum Wandel, kritisierten die Massentierhaltung konventioneller Bauern und forderten mehr regionale Vermarktung.

Groß-Bölting bestätigt, dass sich dieser Markt stark entwickelt. "Bei der Initiative Feines vom Land sind wir dabei, beim Fest auf dem benachbarten Hof Schäfer machen wir mit. Es stimmt: Gemeinsam kann man mehr bewirken." Das gilt auch für die angestrebten Milchmengen. Von der Preiskrise blieben die Bio-Bauern verschont, aber auch sie wollen wachsen. Deshalb geht es in Vertragsverhandlungen mit Molkereien um eine Mengenregulierung, die dem Bedarf angepasst ist. Der Familienbetrieb will auf der Bio-Schiene erfolgreich bleiben. "Ludwig und Mechthild Groß-Bölting mit Bastian, Louisa und Oma", wie es auf der Internet-Seite steht, wollen ihre Zukunft auf dem Traditionshof gestalten.

(thh)
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