| 00.00 Uhr

Wesel
Haltestellen-Hotline bei Vandalismusschäden

Wesel: Haltestellen-Hotline bei Vandalismusschäden
FOTO: Ekkehart Malz
Wesel. Aufkleber rufen zur Schadensmeldung auf. Zerstörte Glasscheiben werden künftig durch Kunststoff oder Plexiglas ersetzt. Von Klaus Nikolei

In Wesel gibt es seit Monaten massive Probleme mit den gläsernen Wartehäuschen an Bushaltestellen in den verschiedenen Stadtteilen. Unbelehrbare Zeitgenossen machen sich einen Spaß daraus, unter anderem mit Luftpistolen die Scheiben zu zerschießen. Die Folge sind teure Reparaturarbeiten und Scherben, an denen sich nicht zuletzt Kinder verletzen können.

Im Rathaus hat man sich nun Gedanken gemacht, wie man das Problem in den Griff bekommen könnte, und hat unter anderem den blauen Glasbruchinfo-Aufkleber mit Kontakttelefonnummer entwickelt. Mit dem sollen in den nächsten Tagen und Wochen sowohl die 17 städtischen Bus-Wartehäuschen als auch die 43 der Deutschen Städte-Reklame (erkennbar an den Werbeplakaten) versehen werden.

"Wir haben festgestellt, dass auch der Polizei nicht bekannt ist, an wen man sich nach einer Beschädigung wenden muss", erklärt Reiner Schürmann, stellvertretender Teamleiter der Abteilung Grundstücksmanagement im Rathaus. Wählt man tagsüber die auf dem Aufkleber vermerkte Nummer 0281 2032465, landet man in der Verwaltung, die sich kümmern will. Besitzer von Handys mit sogenanntem QR-Code-Reader, können auch den Code auf dem Aufkleber scannen und landen damit auf der Homepage der Stadt, auf der man ein "Schadensformular" ausfüllen kann - fraglich nur, ob sich jemand die Mühe macht. "Wir hoffen, dass man uns so schneller über Schäden informiert, wir die Scherben beseitigen und neue Scheiben einsetzen lassen können", sagt Schürmann.

Sollten weitere Hallen beschädigt werden, wird übrigens kein Glas mehr eingebaut, sondern Plexiglas oder Kunststoff. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) als Geldgeber hat grünes Licht für die Verwendung alternativer Materialien gegeben, ohne dass Wesel Fördergelder zurückzahlen müsste. Das erste Wartehäuschen, das sowohl mit einer Plexiglas- als auch mit einer transparenten Kunststoffscheibe ausgestattet ist, steht in Büderich am Elvericher Weg. Ein Unterschied zu Glas ist - noch - nicht erkennbar. Doch dieser Zustand dürfte nicht von Dauer sein. Denn Plexiglas hat die Eigenschaft, dass es verblasst. Und Kunststoff verkratzt schnell. "Wir wollen ein Jahr abwarten und Erfahrungen sammeln, welcher Werkstoff besser ist", so Schürmann.

Nicht nur die gläsernen Wartehäuschen bereiten Probleme, auch die Unterstellmöglichkeiten aus Beton sind oft durch Graffiti verunstaltet. Nachdem zwei Exemplare an der Quadenweg-Schule und am Evangelischen Krankenhaus (EVK) künstlerisch gestaltet wurden (RP berichtete), sollen demnächst die beiden Unterstände unweit der Schill-Kaserne an der B 473 in Blumenkamp bemalt werden. Und zwar von dem Künstlerduo, das sich "Farbfanaten" nennt und den Wesel-Esel-Doc am EVK entworfen hat.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wesel: Haltestellen-Hotline bei Vandalismusschäden


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.