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Hamminkeln
Hamminkeln gibt Gas fürs Klima

Hamminkeln. Sauberer Strom, energetische Sanierung plus Photovoltaik, Nutzung der Klärgase aus der Abwasserbehandlung: Der Betriebsausschuss stellt die Weichen. Von Thomas Hesse

Müll, Strom, Kita: Alle Themen aus dem Betriebsausschuss der Stadt Hamminkeln im Überblick: Öko-Strom Der Betriebsausschuss hat beschlossen, den städtischen Stromliefervertrag auszuschreiben und sich auf reinen Öko-Strom festgelegt. Der Einsatz sauberer Energie soll Teil der Maßnahmen sein, die Klimaschutzziele vor Ort zu erreichen. 1970 Tonnen CO2 (52 Prozent der städtischen Liegenschaften) können eingespart werden.

Im Vergleich zum konventionellen Strom könnten Mehrkosten in Höhe von 15.000 Euro anfallen. Der künftige Vertrag hat drei Jahre Laufzeit plus Verlängerungsoption auf fünf Jahre. Müll Weil der bestehende Abfallentsorgungsvertrag Ende 2016 ausläuft, wird ein Folgevertrag ausgeschrieben. Es geht um das komplette Paket: 130.000 Leerungen jährlich bei 2000 Jahrestonnen, auch Problemstoff und Sperrgut Der neue Entsorgungsvertrag hat fünf Jahre Laufzeit.

Rettungswache Einstimmig positiv sah der Betriebsausschuss den geplanten Neubau der Rettungswache am Feuerwehrgerätehaus Hamminkeln. Wie berichtet, wird nun eine Wache mit Stellplatz und zugehörigen Nebenräumen errichtet. Dadurch werden Einsätze rund um die Uhr möglich. Heute ist der Rettungswagen zeitlich begrenzt in Hamminkeln stationiert. Laut Kämmerer Robert Graaf gibt es keine öffentliche Förderung.

70.000 Euro Planungskosten und geschätzte 240.000 Euro Bauaufwand werden fällig, wobei Graaf noch an der Kostenschraube drehen will. Der Kreis Wesel als zuständige Behörde wird die neue Wache mieten. Turnhallen Dach und Beleuchtung der Turnhalle der Dingdener Grundschule werden für 115.000 Euro saniert. Auch an der Brüner Turnhalle steht die Fassadensanierung an - Kosten: 70.000 Euro. Danach soll der hölzerne Hallenboden an die Reihe kommen.

70.000 Euro kostet auch die energetische Sanierung der Ringenberger Turnhalle. Im Zusammenhang mit dem Maßnahmenpaket fragte Helmut Wisniewski (USD) nach dem sehr zäh verlaufenden Versuch, Dachflächen für Photovoltaik zu vermieten. Sieben Flächen werden nun an Interessenten gebracht, die ihre Solaranlagen installieren. Drei weitere Flächen seien in Arbeit, hieß es weiter. Warum die andernorts übliche Dachflächenvermietung, die der Stadt Einnahmen bringt, so langwierig geraten ist, wurde nicht klar.

Kita Wegen neuer zu betreuender Flüchtlingskinder und des Zuzugs in neue Baugebiete wird der Kindergarten Regenbogen in Hamminkeln erweitert. Eingerichtet wird zusätzlich eine vierte Gruppe. Im Juni oder Juli soll Baubeginn sein, die Erweiterung könnte Anfang 2017 bezugsfertig sein. Das lässt sich die Stadt 351.000 Euro kosten. Gebaut wird auf städtischem Gelände. Die Elterninitiative, die Kita-Träger ist, will die Baumaßnahme selbst übernehmen und hat bereits Gespräche mit einem Architekturbüro geführt, das bereits 2013 den U3-Ausbau realisiert hatte.

Klärschlamm Die Stadt will die Klärgase bei der Abwasserbehandlung bald besser nutzen. Im Betriebsausschuss wurde die Anschaffung einer Mikroturbine eines österreichischen Herstellers vorgestellt, mit der sich Strom- und Wärmegewinnung in der Kläranlage optimieren lassen. 313.000 Kilowattstunden sollen so produziert werden. Dafür ist allerdings genügend Klärgas nötig, was nicht immer gegeben ist.

Dann wird die Turbine, ein Dauerläufer, mit Erdgas in Schwung gehalten. Trotzdem rechnet sich die Energieerzeugung - die Investition soll sich in 4,5 Jahren amortisieren, wenn Fördergeld eingesetzt wird, und in sechs Jahren ohne Zuschuss. Andere Städte hätten mit der Technik gute Erfahrungen gemacht, hieß es. Kritik wurde bei der Frage der Gewährleistung laut, da es sich bei der patentierten Maschine um einen Monopolanbieter handelt.

Quelle: RP
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