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Hamminkeln
Hamminkeln lässt Hunde zählen

Hamminkeln. 3200 Hunde sind bei der Stadt gemeldet - wahrscheinlich zahlreiche nicht. In Kürze fahndet eine Fachfirma nach Vierbeinern, deren Herrchen sich bisher um die Hundesteuer drücken. Von Thomas Hesse

Kämmerer Robert Graaf rechnet derzeit den Haushalt 2018 rauf und runter. Zwar ist die Stadt an den Einschränkungen eines Haushaltssicherungskonzepts vorbeigekommen, aber der Etat ist eng geschnitten. Auf der Suche nach Mehreinnahmen kommt die Verwaltung auf den Hund. Sie hat die Firma Springer Kommunale Dienste beauftragt, Anfang 2018 von Haus zu Haus zu gehen und nachzuschauen, ob die Tiere angemeldet sind. Offiziell heißt es, dass die Stadt ihre Daten auf Vordermann bringen will - etwa, wenn Hunde nicht nachgemeldet worden sind. Das wirkt, wie Graaf weiß. Bei der letzten Hunde-Fahndungsaktion in Hamminkeln hatten Tierhalter ohne Aufforderung 200 Vierbeiner nachgemeldet. Schon auf die Ankündigung hin, dass die Stadt tätig werden würde. Im Rathaus war zuvor festgestellt worden, dass nicht alle Hundehalter ihrer gesetzeskonformen Anmeldeverpflichtung nachkommen.

Der kleine Schub zu mehr Steuerehrlichkeit zahlt sich also aus für die Stadt. Der Hundesteuerposten im Etat ist durchaus eine Nummer. 220.000 Euro Einnahmen sind hier verzeichnet. Und das, obwohl Hamminkeln die niedrigsten Steuersätze im ganzen Kreis Wesel hat. Für einen Hund werden 54 Euro pro Jahr fällig, für zwei 84 Euro und für drei und mehr 96 Euro. Ein überschaubarer Kostenfaktor für die Haushalte. Da sollte man meinen, nach Jahren der Stabilität könnten die Hundesteuern auch angehoben werden, um mehr Mehreinnahmen zu erzielen. Doch der Kämmerer hat sich in der Vergangenheit drei Mal mit entsprechenden Vorschlägen "eine blutige Schnauze geholt", wie er sagt. Einen vierten Versuch wird es wohl nicht geben. Graaf geht davon aus, dass die Lokalpolitik weiter wenig Neigung verspüren wird, Hundehalter zu verschrecken. In Hamminkeln, das als ausgesprochene Hundestadt gilt, könnten zu viele Wähler negativ reagieren. Also kommt es nun dazu, dass Vertreter einer Firma von Haus zu Haus gehen und freundlich nachfragen werden, ob Hunde zu den Familien gehören. Rasse und Alter der Tiere werden so erfasst und mit den vorhandenen Steuerdaten abgeglichen. Ist niemand zu Hause, wird ein Info-Blatt hinterlegt. Das Verfahren hat die Verwaltung so eingestielt, die Politik musste nicht abstimmen, wurde aber über die Aktion informiert.

Kosten hat die Stadt übrigens nicht. Die beauftragte Firma arbeitet auf Honorarbasis - sprich: jeder unangemeldete Hund bringt ihr Geld in Höhe einer einjährigen Hundesteuer. Offensichtlich sind die Erfahrungen der Fahnder so, dass es sich von alleine rechnet und genügend nicht angemeldete Tiere aufgespürt werden. Die Befragung ist allerdings freiwillig. Die Firmenmitarbeiter, für die an der Türschwelle Schluss ist, können sich ausweisen und ihren Auftrag bestätigen. Kassieren dürfen sie nicht. "Die Hundebestandsaufnahme erfolgt in erster Linie, neben der Erzielung von Mehreinnahmen, aus Gründen der Steuergerechtigkeit", betont Graaf,

Quelle: RP
 
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