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Hamminkeln
Hamminkeln liegt mitten in Europa

Hamminkeln: Hamminkeln liegt mitten in Europa
Bei ernsten Themen der Landwirtschaft nur nicht humorlos werden: Die Gastgeber Petra und Berhold Stenkamp hatten ihren Spaß mit dem Europaabgeordneten Karl-Heinz Florenz sowie Norbert Neß und Johannes Overkamp (v.l.). FOTO: Malz
Hamminkeln. Zwischen Gülle und Kultur: Wahlkämpfer Karl-Heinz Florenz (CDU) auf Hof Stenkamp und Schloss Ringenberg Von Fritz Schubert

Brüssel mag weit weg sein. Aber Hamminkeln liegt mitten in Europa. Ein Beispiel liefern Landwirte wie der Loikumer Berthold Stenkamp, der gestern Karl-Heinz Florenz (CDU) zu Gast hatte, den wahlkämpfenden Europaabgeordneten und Bauern aus Neukirchen-Vluyn. Da weiß der eine sofort, wovon der andere spricht. Stenkamp stellte kurz seinen Hof vor - 200 Sauen, 1000 Mastschweine, 1200 Babyferkel, 125 Kühe und 100 Rinder, verteilt auf zwei Betriebe, - und kam schnell auf seine Hauptsorgen zu sprechen. Die kreisen rund um die Gülleverordnung,

Stenkamp spricht nicht für sich. Alle Kollegen im Umkreis hätten das gleiche Problem, fürchten eine Senkung der Menge Stickstoff, die sie noch per Ausnahmegenehmigung ausbringen dürfen. Dabei sei das doch bei Grünland gar nicht so schlimm, sagt Stenkamp mit Berufung auf Experten. Und es sei doch paradox, eigenen Dünger entsorgen und Industriedünger kaufen zu müssen. Florenz kennt das. Derzeit vergeht kein Abend ohne das Thema. Ständig wird der EU-Kandidat darauf angesprochen. Stenkamp muss er allerdings sagen, dass sein "Gegner nicht Florenz heißt, sondern Remmel" und grüner Minister in Düsseldorf ist. Ideen für Auswege hat er trotzdem. Die Flächen für die umweltgerechte Verteilung der Gülle am Niederrhein seien da. Nur bräuchte man ein Management dafür. Florenz lobte gerade junge Bauern, die wie Stenkamp schon viel für vernünftigen Umgang mit Gülle tun würden. Und: Kritiker wüssten halt nicht zwischen Acker und Weide zu unterscheiden.

Themen wie Fracking und Gen-Mais, beides von Florenz abgelehnt, rundeten den Besuch auf dem Hof ab, an dem auch Norbert Neß, Josefa Sonders und Johannes Overkamp von der örtlichen CDU teilnahmen. Weiter ging es zum nächsten Auftritt. Diesmal auf Schloss Ringenberg. Hier ging es um ein neues Projekt der Baegert-Gesellschaft. Christof Schmidt-Rotthauwe, Dr. Gudrun Bott und Marcus Lütkemeyer stellten das Konzept vor.

"Wir sehen uns hier als Entwicklungslabor für interessante Projekte", sagte Bott, die auf enge deutsch-niederländische Beziehungen verwies, die mit dem Schloss verknüpft sind. Neun Jahre flossen EU-Mittel nach Ringenberg. Nun soll erneut der Interreg-Fördertopf angezapft werden. Unter dem Arbeitstitel "Kreativökonomie" könnten Unternehmer sowie Wirtschaftsstudenten aus Deutschland und den Niederlanden bei Entwicklung und Vermarktung ihrer Produkte von der Kreativität der Kulturschaffenden und Stipendiaten profitieren. Florenz sagte zu, als Brückenbauer in Brüssel zu fungieren. Das Gespräch mit den Vorstandsmitgliedern der Senioren-Union rundete den Besuch in Hamminkeln ab.

Quelle: RP
 
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