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Hamminkeln
Hamminkeln will Radarwagen kaufen

Hamminkeln: Hamminkeln will Radarwagen kaufen
Im Inneren des Autos befindet sich die Technik für den neuen Radarwagen, den Hamminkeln anschaffen will (hier ein Modell aus Neuss). Die Stadt will damit auf Bürgerbeschwerden reagieren können, wenn an einer Straße häufig zu schnell gerast wird. FOTO: woi
Hamminkeln. Gemeinsam mit Voerde soll ein Fahrzeug für 120.000 Euro gekauft werden. Geblitzt werden soll dort, wo Anlieger sich beschweren. Von Thomas Hesse

Die Zahl der Beschwerden über zu schnelle Fahrer - und in den Sommermonaten sehr häufig rasante Motorradfahrer - steigt seit geraumer Zeit an. Der Kreis Wesel und die Kreispolizeibehörde greifen dann ein. Doch die zu betreuende Kreisfläche ist groß, und die Anforderungen der Kommunen sind vielfältig. Bedarf für einen eigenen Radarwagen sei vorhanden, sagt Robert Graaf, zu dessen Vorstandsbereich auch Ordnungs- und Verkehrsangelegenheiten gehören. Doch die Stadt Hamminkeln mit ihren 27.600 Einwohnern ist zu klein, und darf deshalb anders als das knapp über 60.000 Einwohner große Wesel nicht in Eigenregie blitzen. Doch man muss manchmal ein bisschen erfinderisch sein. Gemeinsam mit Voerde könnte die Stadt einen Radarwagen anschaffen. Besonders die Technik lässt den Kaufpreis auf 120.000 Euro anschwellen. Die Investition will Robert Graaf, der als Kämmerer auf das Geld der Stadt aufpasst, im nächsten Haushalt vorschlagen. Dem muss die Politik zuvor zustimmen, und im dritten Quartal kann das Tempo gemessen werden.

Es ist also damit zu rechnen, dass Autofahrer auf den Hamminkelner Straßen demnächst auf einen auffällig unauffällig am Rand geparkten VW Caddy achten sollten, aus dessen Heckfenster es von Zeit zu Zeit blitzt. Der finanzielle Aufwand für die Stadt dürfte sich nach geraumer Zeit rechnen. Verwarngelder zu schneller Fahrer sind eine beständige Einnahmequelle. Doch es gehe nicht ums Geld, sondern um die Sicherheit, winkt Graaf ab. Über zusätzlich Einnahmen dürfte er sich dennoch freuen. Allerdings muss Voerde, wo man noch nicht so weit ist, den Weg mitgehen.

Ursprünglich war angedacht, dass Hamminkeln, Hünxe, Schermbeck und Voerde zusammenarbeiten. Zwei gemeinsame Blitzer wären machbar gewesen. Schließlich lag eine weitere Kooperation nahe, weil man zum Beispiel in der Finanzverwaltung die interkommunale Zusammenarbeit erfolgreich und kostensparend mit Schermbeck und Hünxe vollzogen hat. Doch nach der Straßenverkehrsordnung dürfen die teilnehmenden Kommunen nicht unter 25.000 Einwohner groß sein. Damit blieben zwei von vier Aspiranten übrig.

Robert Graaf sieht den städtischen Radarwagen als Ergänzung zur Polizei und den Kontrollen des Kreises. Zwar sei ein Auto für zwei Orte auch begrenzt in den Einsatzmöglichkeiten, ermögliche aber den Anforderungen der Bürger leichter nachzukommen. In Brünen gebe es im Bereich der B 70 Beschwerden ebenso wie an der Straße Bransberg Richtung Voshövel, wo Motorradfahrer gerne aufdrehen, oder häufig in den Außenbereichen. Taten wollen auch viele Marienthaler sehen, zum Beispiel in der Dorfdurchfahrt. "Dort gibt es den größten Druck aus der Bevölkerung", sagt der Kämmerer. Wird die Anschaffung des Blitzers politisch gewollt, muss ohnehin ein Einsatzplan vereinbart werden. Gibt es grünes Licht, will Robert Graaf seine Mitarbeiter schnell schulen lassen, damit sie sich in den Verfahren auskennen, und mit dem Bußgeldkatalog auseinandergesetzt haben.

Quelle: RP
 
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