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Wesel
Heimspiel für den Genossen Nabu-Chef

Wesel. Wesel und die Welt: Josef Tumbrinck hatte beim SPD-Neujahrsempfang in der Zitadelle viel zu sagen. Von Fritz Schubert

Grippal angeschlagen, aber gut aufgelegt gestaltete Josef Tumbrinck, Landesvorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu), gestern Vormittag den Neujahrsempfang der Weseler SPD in der Musik- und Kunstschule. Deren Aula in der Kaserne VIII der Zitadelle war traditionell rappelvoll. Und die Zuhörer kamen auf ihre Kosten. Wenngleich SPD-Mitglied, wusste der Gastredner seiner Rolle als Verbandsfunktionär neutral genug nachzukommen. Dabei strich er breit heraus, dass Wesel weiterhin die Herzkammer des Nabu ist, der hier als Nachfolger des DBV groß wurde und mit 6500 Mitgliedern auch die stärkste Kreisgruppe hat.

Kurzweilig streifte er die verschiedenen Vorzeigeprojekte der Region und die jüngsten Erfolge mit dem Wunsch, Bemühungen für Natur- und Artenschutz auch mit der nächsten Landesregierung fortsetzen zu können. Zwar nannte er den heimischen SPD-Abgeordneten Norbert Meesters "umweltpolitische Speerspitze", doch verwies er auch darauf, mit allen Parteien im Gespräch zu sein. Kooperation werde mit den Landwirten gepflegt, die ein "auskömmliche Einkommen" bräuchten. Ebenso gelte es, mit der Kiesindustrie Lösungen für die Zeit danach zu entwickeln (Stichwort Arbeitsplätze).

Zu den größten Problemfeldern neben dem Klimawandel gehört für Tumbrinck der Flächenverbrauch. Der müsse beschränkt werden, um das zu erreichen, worum es überhaupt gehe: Den Menschen jetzt und nachfolgenden Generationen biologische Vielfalt erhalten. Mit Blick aufs vergleichsweise kurze Gastspiel der Spezies Mensch auf Erden relativiere sich vieles, sagte der Nabu-Chef. Auch das Treiben eines US-Präsidenten. Mit den Merkwürdigkeiten in Europa (Brexit, Polen, Ungarn) und den USA, die auch in den Weseler Partnerstädten Felixstowe, Ketrzyn und Hagerstown von vielen mit Sorgen gesehen würden, hatte sich zuvor Bürgermeisterin Ulrike Westkamp befasst. Eine wahlkämpferische Erfolgsbilanz für die Landes-SPD hatte Meesters gezogen. Gesicht zeigte auch Jürgen Preuß, der Dr. Hans-Ulrich Krüger in Berlin beerben will.

Quelle: RP
 
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