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Hamminkeln
Herzergreifende Erlebnisse in Togo

Hamminkeln: Herzergreifende Erlebnisse in Togo
FOTO: Togo Neue Horizonte
Hamminkeln. Togo - Neue Horizonte: Gruppe aus Dingden begutachtete acht Hilfsprojekte. Ihre Botschaft: Die Spenden kommen an und verbessern das Leben in armen Regionen nachhaltig. Neue Vorhaben sind schon geplant. Von Thomas Hesse

Für Klaus Frede aus Dingden war es die erste Fahrt nach Togo - dorthin, wo das dörfliche Hilfsprojekt Neue Horizonte seit vielen Jahren seine vorbildlichen Vorhaben umsetzt. "Herzergreifend" nennt er die Kontakte mit den dankbaren Menschen im Hinterland des westafrikanischen Landes. Aber auch die Erlebnisse in Slums und die Überlebenskunst in ärmlichsten Verhältnissen. Seine Erlebnisse hat er in einem langen, persönlichen Reisebericht notiert.

Annemarie Klocke, die Vorsitzende der Togo-Hilfe und längst Afrika-Expertin, sieht die neuen Erfahrungen etwas distanzierter, aber auch als Beleg für Unterstützung, die bei den Bedürftigen ankommt. Denn sie, Klaus Frede, Werner Bunker und Otto Frick, haben sich acht Projekte angeschaut und sind heute mehr denn je überzeugt, dass sie funktionieren.

Links: Klaus Frede mit dem Patenkind der Senioren-Union, Christin Theodora. Mitte: Bei der Eröffnungsfeier der Realschule in Koulfikou wurden Rollstühle verteilt. Rechts: Priester Robert Dura im Dorf Odjomboi. FOTO: Togo-Hilfe

Besucht wurden auch zwei Patenkinder. Ein Mädchen wurde mit Schulmaterial unterstützt und freute sich, den Spendern danken zu können. Ihre strahlenden Augen, als sie Buntstifte und Süßigkeiten erhielt, seien unvergesslich gewesen. Ein schwerstbehinderter Junge, der in den Slums von Lomé lebt und 24 Stunden täglich gepflegt werden muss, berührte Klaus Frede besonders. Er soll nun schnellstens einen guten Rollstuhl statt seines verrosteten bekommen. 50 entsprechende Stühle werden schon nächsten Donnerstag per Container verschifft, einer davon mit einem großen Zettel versehen, dass er für den behinderten Jungen bestimmt sei.

Besonderheit war die Einweihungsfeier der Realschule in Kaulfikou, für die die Dingdener Geld gespendet und als anerkannter Verein mit der Aktion "Bild hilft" zusammengearbeitet hatten. Im März war der Grundstein gelegt worden, nun sahen die Besucher mitten im Busch einen Neubau mit Klassenräumen, Brunnen, Solaranlage und Schulmöbeln.

Zur Feier hatten sie zwei Fußballtore extra gespendet. Sie wurden groß begrüßt von den Dorfbewohnern, erhielten Ehrenplätze auf der Bühne, und das beste Huhn wurde ihnen überreicht. Rollstühle wurden von Hilfsbedürftigen sofort mit Beschlag belegt, an den überbordenden Kleidertischen standen die Frauen Schlange.

Bei der Weiterreise ging es zu einem Krankenhaus, das durch Spenden der Togo-Hilfe aufgebaut werden konnte, und das Steyler Missionsschwestern betreiben. Für den Anblick des schmucken Hauses nach europäischem Standard hatte Frede nur ein Wort: "Sensationell." In höchsten Tönen lobte er auch den Einsatz der Schwestern. 1300 Patienten im Monat wurden in der Ambulanz versorgt, 56 Kinder kamen in diesem Zeitraum hier ans Licht der Welt.

Eine Krankenstation und zwei Brunnenprojekte wurden ebenfalls besucht. Mit deutscher Effizienz ging es auch darum, ob die Vorhaben langfristig wirken.

Das Ergebnis: Sie tun es, und die guten Taten gelingen immer dann, wenn Leute vor Ort verantwortlich sind und den Betrieb gewährleisten. Wie etwa die Ordensleute.

Quelle: RP
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