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Rp-Serie Die Ausbildungsinitiative Kreis Wesel - Präsentiert Von Altana (folge 12)
Hilfe, wenn es in der Ausbildung hakt

Wesel. Ausbildungsbegleitende Hilfen sind wichtige und erfolgreiche Maßnahmen, um den angestrebten Abschluss zu schaffen. Von Michael Elsing

Kreis Wesel Probleme in der Ausbildung können sehr vielfältig sein: Schwierigkeiten mit dem Lernstoff in der Berufsschule, Disharmonien mit dem Ausbildungsleiter oder auch familiäre Probleme - allesamt Gründe, um ausbildungsbegleitende Hilfen in Anspruch zu nehmen. Angeboten werden diese Hilfen in einer Kooperation zwischen der Bundesagentur für Arbeit, die diese Maßnahme auch finanziert, der Deutschen Angestellten-Agentur (DAA) sowie dem Diakoniewerk Duisburg.

Bis zu 110 Plätze können im Kreis Wesel an die Auszubildenden verteilt werden. Die Erfolgsquote der ausbildungsbegleitenden Hilfen spricht für sich. "In den vergangenen vier Jahren hat es lediglich einen Fall gegeben, bei dem der Auszubildende die Abschlussprüfung nicht geschafft hat", berichtet Johannes Tatarczyk vom Diakoniewerk nicht ohne Stolz. Das bedeutet natürlich nicht, dass die Arbeit mit den Jugendlichen ein Selbstläufer ist. "Grundsätzlich kommen die Azubis zwar zu uns, weil sie gewillt sind, etwas zu verändern. Aber ohne ein ständiges auf die Füße treten geht es meistens nicht", sagt Tatarczyk.

Das Ziel ist dabei immer das gleiche: die schwächelnden Auszubildenden wieder auf die Spur bringen, bevor sie ihre Ausbildung womöglich abbrechen. 14 bis 15 Lehrer aus den unterschiedlichsten Sparten stehen für dieses Unterfangen zur Verfügung. Sie unterrichten ihre Schützlinge einmal in der Woche für mindestens drei Stunden. Allerdings sind auch Wochenend-Seminare möglich. Aktuell sind es in Wesel etwa 70 Auszubildende, die die ausbildungsbegleitenden Hilfen in Anspruch nehmen. Grundsätzlich können die Interessenten zu jedem Zeitpunkt ihrer Ausbildung einsteigen. Allerdings sollten sie sich diese Hilfe rechtzeitig holen. "Wer erst zwei Wochen vor seiner Abschlussprüfung zu uns kommt, für den dürfte es zu spät sein", schränkt Tatarczyk ein.

Nicht selten kommt es vor, dass die Jugendlichen die Unterstützung über den kompletten Zeitraum ihrer Ausbildung in Anspruch nehmen. Und es geht beileibe auch nicht immer nur um die schulischen Leistungen der Auszubildenden. "Wir müssen ein Vertrauensverhältnis schaffen, uns die Sorgen der Auszubildenden anhören. Und wir dürfen nicht vergessen, dass sie bereits einen kompletten Arbeitstag hinter sich haben, wenn sie am späten Nachmittag zu uns kommen. Wir bemühen uns, ihnen ein Rundum-Glücklich-Paket zu schnüren", sagt Tatarczyk.

Er lobt in diesem Zusammenhang das Engagement aller Beteiligten, zu denen Ausbilder, Lehrkräfte, aber auch Sozialpädagogen zählen. Für sie sei es "der schönste Erfolg, wenn die Auszubildenden ihre Prüfung geschafft haben". Ebenso wichtig wie ein guter Draht zu den Auszubildenden ist die Zusammenarbeit mit deren Eltern und Arbeitgebern. "Wir suchen stets den Kontakt zu den Elternhäusern, aber auch zu den Betrieben", berichtet Tatarczyk. In diesem Zusammenhang raten die Experten den Auszubildenden auch davon, während ihrer Lehrzeit schon in eine eigene Wohnung zu ziehen. "Das ist in jedem Fall eine zusätzliche Belastung. Es hat sich gezeigt, dass es einfacher ist, die Ausbildung aus der elterlichen Wohnung heraus zu bestreiten", sagt Tatarczyk.

Wer eine ausbildungsbegleitende Hilfe in Anspruch nehmen will, kann sich zum einen an einen Berufsberater bei der Agentur für Arbeit oder direkt an die DAA oder das Diakoniewerk wenden. "Wir gehen aber auch in die Berufsschulen und machen auf diese Maßnahme aufmerksam", so Tatarczyk.

Quelle: RP
 
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