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Wesel
Hilfsprojekt: Trio weiht Schule in Togo ein

Wesel. Für Anna Maria Klocke ist es die 19. Reise in das westafrikanische Land. Ihre männlichen Begleiter reisen zum ersten Mal nach Togo, um sich zu vergewissern, dass ihre Hilfe dort auch ankommt. Ein bisschen kribbelig seien sie aber schon. Von Lisa Kreuzmann

Eine schwangere Frau, die ihr Kind nach der Geburt medizinisch versorgt wissen will, muss dafür einen Euro zurücklegen. Denn nicht mehr und nicht weniger koste eine Entbindung in Togo, sagt Anna Maria Klocke. Einen armen Euro. "Und selbst das ist manchen noch zu viel", fügt die ehemalige Krankenschwester hinzu. Das Trio ist sich einig: Sie haben es richtig gut. Aber das ist nicht der einzige Beweggrund, warum neben der Initiatorin des Hilfsvereins Togo Neuer Horizont nun auch die beiden Hamminkelner Werner Buenker und der stellvertretende Vorsitzende der Senioren Union Klaus Frede in das Land zwischen Ghana und Nigeria reisen.

Die beiden Männer zieht vor allem die Neugier und Abenteuerlust. Schon oft haben sie zusammen mit vielen anderen Hamminkelnern, die die Entwicklungshilfeprojekte von Anna Maria Klocke unterstützen, Hilfsgüter für den Transport nach Afrika gepackt. Vor allem Medizinprodukte wie Einmal-Handschuhe, Verbände und Spritzen, aber auch Hygieneartikel und Fahrräder werden gebraucht.

Der 2004 gegründete Verein hat stolze 106 Mitglieder. Aus dem Traum der Initiatorin heraus, haben sich vielfältige Projekte entwickelt. Alles fing mit einer Mutter-Kind-Klinik im Nordwesten des Landes an. Die ehemalige Krankenschwester träumte davon, auch Menschen in anderen Regionen der Erde besser versorgen zu können. "Entwicklungshilfe hat mich schon immer interessiert", sagt die 68-Jährige. Mit den Mitgliedern kamen weitere Projekte hinzu. Das neueste wird gerade fertig gestellt: Eine Ganztagsschule im Nordwesten an der Grenze zu Ghana. Das Trio reist zur Abnahme an. Im Herbst soll außerdem eine weitere Krankenstation fertig werden. Bald vier Kliniken unterstützt der in Hamminkeln gegründete Verein dann, zahlreiche Dorfbrunnen, aus denen die Bewohner sauberes Trinkwasser schöpfen können sowie Mikrokredite für Frauen und Patenschaften mit Kindern. Am 24. August geht die Reise los. Die Senioren Union hat die Patenschaft für zwei Kinder übernommen. Die wollen Werner Buenker und Klaus Frede nun besuchen. Und auch wenn beide Herren bereits viel herum gekommen sind, haben sie die vielen Impfungen doch ein wenig beschäftigt. "Ein bisschen Kribbeln ist da schon, aber sonst einfach nur pure Freude", sagt der 74-jährige Werner Buenker. Für den 73-jährigen Klaus Frede ist die Reise "die Krönung meines sozialen Engagements". Aber einer Frau Klocke könne man ja auch nichts abschlagen.

Quelle: RP
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