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Wesel
Hitze: Feuerwehr in Alarmbereitschaft

Wesel: Hitze: Feuerwehr in Alarmbereitschaft
Immer wieder kommt es im Kreis Wesel zu Waldbränden. Wie hier im Jahr 2015, als im Naturschutzgebiet Gartroper Mühlenbach eine Fläche von 10.000 Quadratmetern in Flammen stand. FOTO: Stoffel
Wesel. Bei anhaltender Trockenheit steigt die Waldbrandgefahr, bei Wiesen und Gräsern ist sie noch größer. Momentan beschäftigen die Feuerwehr aber eher Hecken- und Müllbrände. Die Ursache dafür ist häufig der Mensch. Von Ludwig Krause

Bei der Feuerwehr in Wesel hat man einige Karten des Deutschen Wetterdienstes derzeit besonders im Blick. Gefahrenkarten für Wald- und Wiesenbrände helfen den Einsatzkräften und der Bezirksregierung. Denn auch wenn der Höhepunkt der jüngsten Hitzewelle überwunden scheint, kommt es bei der Wald- und Wiesenbrandgefahr nicht allein auf die Temperatur an. Sondern auf die Trockenheit. "Und für die kommenden Tage rechnen wir mir anhaltender Trockenheit", sagt Thomas Verbeet (50) von der Feuerwehr Wesel. Für eine mögliche Waldbrandgefahr heißt das: Fast in ganz NRW gilt Warnstufe drei von fünf. Beim Grasland ist die Gefahrenlage sogar komplett gekippt: Gab es Anfang der Woche durch kurze heftige Regengüsse noch komplette Entwarnung im Kreis, ist die Gefahr, dass hier Grasland Feuer fängt, mittlerweile auf die zweithöchste Stufe gestiegen. Alles kein Grund zur Panik. "Aber natürlich sind wir wachsam", sagt Verbeet. Immerhin: Ab Sonntag scheint sich die Lage ein wenig zu entspannen.

Wenn es mit der Sonne die Weseler nach draußen zieht, steigt auch die Brandgefahr. Auf den Wiesen, am Straßenrand, im Wald. "Die Frage ist immer: Wie kommt der Brandherd in den Wald?", sagt Verbeet. Und da hat ganz oft eben der Mensch seine Finger im Spiel. Generell ist das Rauchen im Wald in der Zeit vom 1. März bis zum 31. Oktober verboten. Außerhalb ausgewiesener Feuerstellen sind offenes Feuer und Grillen nicht zugelassen. "Trotzdem kommt es immer mal wieder vor, dass jemand einen glühenden Zigarettenstummel wegwirft", sagt Verbeet. Oder dass Autofahrer ihren Pkw mit heißem Katalysator auf hohem Gras abstellen. Weil zu viele Leute überzeugt seien: Es wird schon nichts passieren.

Rund 174,94 Quadratkilometer im Kreis Wesel sind mit Wald bedeckt. Immer wieder kommt es dort zu Bodenbränden. So stand 2015 im Naturschutzgebiet Gartroper Mühlenbach eine Fläche von rund 10.000 Quadratmetern in Flammen. "Wenn die Feuerwehr zu einem Waldbrand kommt, kann man die Ursache häufig nur noch schwer feststellen", sagt Verbeet. Und Waldbrände, wie man sie aus Spanien oder Griechenland kennt, seien hierzulande auch kaum möglich, erklärt der Experte. Zwar brennen Humus und Laub aus dem vergangenen Herbst derzeit wie Zunder, etwa wenn die Sonne durch eine Glasscherbe darauf fällt. Die Bäume seien aber zu grün und saftig, um großflächig Feuer zu fangen. Der Abstand vom Boden zum Blätterwerk sei außerdem zu groß. Mit ein bis zwei Metern pro Minute breite sich das Feuer dann aus, sagt Verbeet. "Also genug Zeit für Spaziergänger, sich in Sicherheit zu bringen", sagt er.

Ein Auge auf die Lage im Wald hat die Feuerwehr dennoch. Steigt die Gefahrenstufe im Laufe des Sommers an, werden weitere Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Dann wird der Wald zum Beispiel regelmäßig überflogen. Doch selbst dann kann es schwierig für die Feuerwehr sein, den Brandherd zu finden. "Oft sieht man von draußen eine Rauchsäule. Aber es gibt eben keine Hausnummern im Wald, an denen man sich orientieren kann", sagt Verbeet. Wenn Spaziergänger einen Brand entdecken, sollten sie bestmöglich an vereinbarter Stelle auf die Einsatzkräfte warten und den Weg weisen.

Auch wenn Waldbrände in Wesel nicht alltäglich sind, hat das Wetter der vergangenen Tage auch der Weseler Feuerwehr Arbeit gemacht. Weil Müll brannte. Oder weil ganze Hecken in Flammen standen. "So etwas ist ganz typisch, wenn Anwohner Unkraut wegflämmen wollen", sagt Verbeet. Thuja-Hecken sind von innen trocken - und brennen schneller, als sich viele Besitzer das hätten träumen lassen. Und auch die Teppiche aus Pappelpollen ärgern nicht nur Allergiker, sondern sind auch leicht entzündlich. "Das haben wir auch schon gehabt. Vor allem, wenn sich die Pollen in Kellerschächten sammeln und jemand einen Zigarette hineinwirft", sagt Verbeet. Von Einsatzzahlen wie in der Hauptstadt Berlin sei man aber weit entfernt. Dort musste die Feuerwehr alleine am Wochenende 150 Mal ausrücken, weil der sogenannte Pappelschnee Feuer gefangen hatte.

Quelle: RP
 
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