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Wesel
Hospital veranstaltet erste Seniorenmesse

Wesel: Hospital veranstaltet erste Seniorenmesse
Geriater Dr. Frank Kuczera, Anne Oberdorfer vom Seniorenbeirat und Chirurg Dr. Levent Özokyay (v.l.) freuen sich auf die erste Weseler Seniorenmesse und hoffen für Samstag auf viele Besucher im Städtischen Bühnenhaus. FOTO: Fritz Schubert
Wesel. Die Innenstadt-Klinik und der Seniorenbeirat laden für Samstag zu einem Markt der Möglichkeiten im Bühnenhaus ein. Unter anderem geht es um effektive Behandlung nach Brüchen durch Chirurgie und Geriatrie aus einer Hand. Von Fritz Schubert

Es ist noch gar nicht so lange her, da war ein Oberschenkelhalsbruch für ältere Menschen eine ernste Sache. Die Gefahr, nie wieder so richtig auf die Beine zu kommen, war sehr hoch. Rasche Todesfolge nicht ausgeschlossen. Auch heute ist die Sterblichkeitsrate immer noch groß. Für 30 Prozent der Patienten ab 70 endet der vermeintlich simple Bruch tödlich. Das hat mit dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren zu tun, weshalb die Medizin diesen heute mit einem Konzept aus einem Guss begegnen will. Das Marien-Hospital Wesel nimmt die jüngst erfolgte Zertifizierung ihres Alterstraumatologischen Zentrums (ATZ) zum Anlass, mit dem Seniorenbeirat der Stadt die erste Weseler Seniorenmesse - Medizin im Alter - zu veranstalten. Sie findet am Samstag, 9. Dezember, von 10 bis 16 Uhr im Städtischen Bühnenhaus statt. Sturz im Alter ist ein Schwerpunkt.

Pro-homine-Geschäftsführer Dr. Dieter Morlock stellte gestern mit Anne Oberdorfer (Seniorenbeirat) sowie den Chefärzten Dr. Levent Özokyay (Chirurgie) und Dr. Frank Kuczera (Geriatrie) das Programm vor. Kern ist die Verbreitung von Informationen darüber, wie die Mobilität der Patienten gesichert und damit ihre Selbstständigkeit erhalten werden kann. Gerade eine lange Bettruhe hat in der Vergangenheit eher zum Gegenteil beigetragen. Unbeweglichkeit machte den Erfolg einer Operation zunichte. Ebenso fatal war es, diese zu früh durchzuführen. Ohne ein umfassendes Bild über Vor- beziehungsweise Parallelerkrankungen, über den Medikamentenplan und andere Begleitumstände soll heute kein Eingriff mehr erfolgen. Ebenso breit gestreut gestaltet sich die Betreuung bis hin zu sozialen Aspekten und die Reha-Phase. Über allem steht das Ziel, ältere Patienten nahtlos an ihre eigenen Fähigkeiten anknüpfen zu lassen. Vom Aufstehen über das Zähneputzen bis hin zum Anziehen, Einkaufen und allen anderen Alltagsverrichtungen.

Auch der Seniorenbeirat versteht zunehmende Vereinsamung älterer Menschen als ein großes Thema. Soziale Teilhabe sei laut Oberdorfer wichtig, aber eben auch von der Mobilität der Senioren abhängig. Besuchsdienst und Lieferservice sollen bekannter werden.

Nötig ist ein vernetztes und aufeinander abgestimmtes Vorgehen zweifellos: Die Gruppe der Generation 55 plus wächst. Die Älteren sind heute viel aktiver und flotter (Stichwort E-Bike) unterwegs. Das Risiko eines Sturzes nimmt ebenso zu wie die Schwere der Brüche an Beinen oder Armen. Außerdem sind gegebenenfalls Herz-/Kreislaufbeschwerden, Zucker oder Infektionen zu beachten. Und die Kosten steigen: Allein für die Behandlung von Oberschenkelhalsbrüchen wird von zwei Milliarden in 2002 bis 2030 mit einem Aufwand von sechs Milliarden Euro gerechnet.

Drei Vorträge über das ATZ sowie die Themen Osteoporose und Demenz finden am Samstag ab 10.45 Uhr statt. Sie werden am Nachmittag ab 13.45 Uhr wiederholt. Außerdem gibt es zwei Ausstellungen: Zum einen präsentiert das Hospital das ATZ, die Endoprotetik, das Gesundheitszentrum, Sozial- und Pflegedienste, Senioreneinrichtungen sowie Ernährungsberatung und bietet Ultraschalluntersuchungen an. Zum anderen sind mit dem Seniorenbeirat Verbände und Betriebe präsent: Awo, DRK, Caritas, die Sanitätshäuser Luttermann, Bergmann Scheff-Med und Lang sowie Optik Iserloh. Jeder ist willkommen, der Eintritt ist frei. Barrierefrei gelangen Besucher über den Hintereingang von der Ritterstraße zur Seniorenmesse ins Bühnenhaus. Für Essen und Trinken wird gesorgt.

Quelle: RP
 
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