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Wesel
Hovest kritisiert heftig Lockangebote für Energie

Wesel. Um die Stadtwerke vor regionaler Billig-Konkurrenz zu schützen, soll ein Abwehrkonzept entwickelt werden. Von Klaus Nikolei

SPD-Fraktionschef Ludger Hovest ist mächtig sauer. Sauer unter anderem auf die Stadtwerke in Dinslaken und Duisburg. Denn die würden, so sagt er, mit Lockangeboten versuchen, in Wesel neue Gas- beziehungsweise Stromkunden zu ködern. "Das sind Zustände wie im alten Rom", schimpft der Chefgenosse und hat recherchiert, dass beispielsweise Duisburger in Duisburg für Energielieferungen ihrer Stadtwerke mehr zahlen müssten als ein Weseler, der von den Stadtwerken in Duisburg Erdgas und Strom bezieht.

"In Duisburg und auch der Anbieter im Rhein-Main-Gebiet geben Energie zum Einkaufspreis ab. Das hat etwas von Kannibalisierung zu tun. Jetzt ist Attacke angesagt", gibt sich Hovest kampfeslustig.

Um die städtische Tochter Stadtwerke zu schützen, deren Gewinne in aller Regel in den städtischen Haushalt fließen, will er während einer Sondersitzung im Januar darüber diskutieren, wie man auf die "unfairen Methoden" reagieren könnte. "Nicht dass man glauben könnte, dass wir gegen Konkurrenz sind. Aber was da passiert, geht nicht." Hovest fordert deshalb Stadtwerke-Geschäftsführer Franz Michelbrink auf, entsprechende Reaktionen vorzustellen, mit dem Ziel, "dass wir in der Märkte der Stadtwerke eindringen, die uns attackieren". Gegen die Stadtwerke in Dinslaken will er allerdings nicht vorgehen, da die Stadtwerke Wesel im nächsten Jahr ihre Preise senken werden (RP berichtete). "Und dann ist unser Gaspreis besser als der in Dinslaken."

Die RP fragte nach bei den Stadtwerken Duisburg. Dort machte ein Sprecher keinen Hehl daraus, dass man mit der Liberalisierung des Energiemarktes die Chance habe, mit einem Online-Tarif neue Kunden überall zu suchen. Genau das könnten die Weseler Stadtwerke auch tun, das stehe ihr frei.

Quelle: RP
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