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Kreis Wesel
Hovest: "Müllers Audi A 8 ist das falsche Signal"

Kreis Wesel. Der Chef der Kreisverwaltung bleibt wegen seiner Haushaltspolitik in der Kritik. Jetzt geht's auch um seinen Dienstwagen. Von Fritz Schubert

Ludger Hovest scheut beim Austeilen vor Parteigenossen nicht zurück. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Weseler Stadtrat hat sich aktuell mal wieder auf den Landrat Dr. Ansgar Müller eingeschossen. "Das Herumdoktern am Kreishaushalt muss ein Ende haben", fordert Hovest mit Blick auf den Landrat, der unlängst bekanntlich von Regierungspräsidentin Anne Lütkes zum Sparen ermahnt worden war und unmittelbar auch einige Hunderttausend Euro im Etat fand, die jetzt erstmal nicht ausgegeben werden (RP berichtete). Während das alles auch Wasser auf die Mühlen des Mehrheitsbündnisses von CDU, Grünen und FDP/VWG war, das Müller in Sachen Kreisumlage Grenzen aufgezeigt hatte, entdeckte Hovest eine Zier namens Bescheidenheit, mit der sich Müller, die Kommunen stets zum Sparen zwingend, selbst nicht schmückt. Denn der Landrat lässt sich jetzt in einem Audi A 8 fahren.

Dieser Dienstwagen soll preiswerter zu leasen gewesen sein als der vorherige A 6, weil der so viele Extras hatte, lautete laut Hovest die Begründung. Was dem Weseler SPD-Chef aber gleich ist, weil es ihm auf das Signal ankommt. Und das, was Müller da setze, sei jedenfalls ein absolut falsches. Ein Gefährt in der Klasse des Bundespräsidenten und der Bundeskanzlerin brauche der Landrat gewiss nicht. Nach RP-Informationen soll es sich sogar um einen Audi A 8 L handeln, also um die besonders geräumige Langversion der Luxuslimousine. Die Weseler Bürgermeisterin kommt mit einem VW Passat aus, Amtskollegen sind in der gleichen Klasse unterwegs oder haben gar keinen Dienstwagen.

Zurück zum wahren Sparen: Hovest erkennt die Bemühungen des Kreistags-Bündnisses um solides Haushalten an, das sich im Sinne der Kommunen ruhig noch mehr anstrengen solle. Von seinen Parteifreunden in der SPD-Kreistagsfraktion sei indes nichts zu hören, schimpft der Weseler. Er untermauerte erneut, dass die von den Kommunen zu zahlende Umlage 2016 "in Euro" nicht höher sein dürfe als jetzt. Der Kreis müsse Sachkosten senken, Investitionen prüfen und Verwaltungsorganisation reformieren, Aufgaben gegebenenfalls abgeben. Hovest fordert Müller zudem auf, die Kämmerer der Kommunen mit Sicherungskonzept in einer öffentlichen Veranstaltung schildern zu lassen, wie sie seine eigenen Sparvorschläge umsetzen müssen.

Quelle: RP
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