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Wesel
Hovest (SPD): "Wilhelm I. in den Schlund des Vergessens"

Wesel. "Wilhelm vors Museum" titelte die RP am 2. Juni. Da hatte der Kulturausschuss sich dafür ausgesprochen, das nach dem Zweiten Weltkrieg demolierte Kaiser-Denkmal des berühmten Bildhauers Reinhold Begas (1831-1911) bestehend aus Torso und Kopf - liegend am Parkplatz des Preußen-Museums zu platzieren.

Jetzt kommt es "dahin, wo es hingehört: in den Schlund des Vergessens". So jedenfalls sieht es der SPD-Fraktionsvorsitzende Ludger Hovest. Hintergrund ist, dass ein Förderkreis, der die Restaurierung finanzieren wollte, nicht mit dem Beschluss des Kulturausschusses einverstanden ist. Nun würden eben, so Hovest weiter, die Bestandteile beim Steinmetz-Betrieb Schlicht & Baumann abgeholt und in irgendeinen städtischen Keller gepackt. Einen Standort im Museum hatte der neue Träger LVR abgelehnt, der davor sei auch nicht akzeptiert worden. Die Chance sei dagewesen und vertan worden. "Im öffentlichen Raum kommt das nicht in Frage", sagte Hovest, der einen Schlussstrich will. "Wir haben in der Stadt ganz andere Probleme", sagte er, listete etliche davon auf und machte keinen Hehl aus der Abneigung, "einen Kriegskaiser" zu Ehren kommen zu lassen.

Das Marmor-Standbild für Wilhelm I. hatte einst auf dem Kaiserplatz vor dem Bahnhof gestanden. Für die Initiative zur Aufstellung ist es nicht nur das Werk eines großen Künstlers, dessen Bedeutung unbestritten ist, sondern auch ein Teil der Stadtgeschichte. Weseler Bürger hatten es um 1900 finanziert.

(fws)
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