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Schermbeck/Wesel
Hülskens verschenkt 360 Meter Gleise

Schermbeck/Wesel: Hülskens verschenkt 360 Meter Gleise
Für den Transport der Feldbahngleise vom Gelände der Firma Hülskens nach Gahlen bekam Michael Nienhaus, der Vorsitzende der Feldbahnfreunde Gahlen, Unterstützung von dem Ennepetaler Kai Winkler, der mit seinem Spezial-Sattelzug-Auflieger für Schwer- und Langtransporte den Transport übernahm. FOTO: Ekkehart Malz
Schermbeck/Wesel. Die Feldbahnfreunde in Gahlen haben jetzt das nötige Material, um weiter an ihrer Strecke zu bauen. Von Helmut Scheffler

Das Licht am Ende des Tunnels scheint für die "Feldbahnfreunde Schermbeck-Gahlen" jetzt nach rund zehn Jahren näher als je zuvor zu sein. Dazu trägt nicht nur die baldige Baugenehmigung bei, sondern auch ein großzügiges Geschenk, das die Feldbahnfreunde von der Weseler Kiesfirma Hülskens erhalten haben.

Als Michael Nienhaus, der Vorsitzende der Feldbahnfreunde, 2015 beim Weseler Stadtfest in der Nähe des Hafens parkte, entdeckte er eher zufällig auf dem Gelände der Firma Hülskens alte Feldbahngleise mit der Spurweite 600 Millimeter. Nienhaus nahm mit der Firma Kontakt auf und freute sich wenig später riesig, als ihm Geschäftsführer Michael Wilms die Übergabe der Gleise zusagte.

Die Gleise hätten schon 2015 abgeholt werden können. Da aber eine Baugenehmigung noch lange nicht in Sicht war und zudem die Gleise in Wesel besser gelagert waren, wurde der Transport nach Gahlen hinausgezögert. Jetzt allerdings fand der "Umzug" statt. Kostenlose Unterstützung erhielten die Feldbahnfreunde von Kai Winkler aus Ennepetal. Nienhaus kennt den Eisenbahnspezialtransporter seit vielen Jahren, weil dieser selbst ein Freund von Feldbahnen ist und sogar einige Lokomotiven besitzt, die er restauriert.

360 Meter Feldbahngleise wurden in Wesel auf einen Spezial-Sattelzug-Auflieger verladen. Über Friedrichsfeld, Bucholtwelmen, Hünxe und Gartrop ging die Fahrt zum Gahlener Aap, wo die Gleise nahe dem Parkplatz des TuS Gahlen abgeladen wurden. Beim Verteilen der 30 Gleisjoche mit Gabelstapler und Bagger halfen auch der zweite Vorsitzende Michael Gorris, Schriftführer Erik Lachmann, Ulrich Iwanowski und Wilhelm Haferkamp. Die Gleise liegen nun in etwa an jenen Stellen, wo sie verlegt werden sollen, sobald die Baugenehmigung eintrifft.

"Wir sind Hülskens sehr dankbar, dass die Firma uns wertvolles Material für den Weiterbau zur Verfügung gestellt hat", freut sich Michael Nienhaus. Nach dem Verlegen kann zumindest schon die Südstrecke befahren werden. Diese Strecke, die zum Teil schon liegt, führt entlang der Straße, die den Hof Haferkamp mit dem Sportgelände des TuS Gahlen verbindet.

Um danach den nördlichen Bogen der Gleistrasse bauen zu können, werden weitere 400 Meter Gleise benötigt. Im Naturschutzgebiet Lichtenhagen könnte der Gleisbedarf gedeckt werden, weil dort - bereits zugewachsen - jene Gleise noch liegen, die früher einmal der Versorgung der Dachziegelwerke Thon & Falz (heute Nelskamp) dienten. Ob der Eingriff zur Entnahme der Gleise aus dem NSG erlaubt wird, ist noch fraglich. Die Feldbahnfreunde bitten um Mittelung, ob noch irgendwo Feldbahngleise ungenutzt lagern.

Sollte die Baugenehmigung noch vor Beginn der Vegetationsperiode eintreffen, würde der Verein noch in diesem Jahr den Bau der südlichen Strecke bis zum TuS Gahlen vornehmen. "Wir würden dann Zugfahrten mit unseren vier Feldbahnloks aus den Jahren 1939 bis 1967 anbieten", so Nienhaus. Zum Einsatz kämen dann auch die selbst gebauten Personenwagen. Geplant sind Fahrten an den Wochenenden, bei der Nachfrage von Gruppen aber auch Fahrten zu anderen Terminen. Die Kontaktdaten kann man der Internetseite www.feldbahn-schermbeck.de entnehmen. Weitere Infos gibt es unter Telefon 02853 3394.

Die Umsetzung des zweiten (nördlichen) Bauabschnittes plant der Verein für das Frühjahr 2017. Nach dem Bau der beiden Streckenabschnitte möchte der Verein auch mit der Ausstellung von Dokumenten zur Geschichte der Dachziegelwerke und ihrer Bahn beginnen.

Quelle: RP
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