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Guildo Horn
"Ich liebe die Menschheit und Wesel"

Guildo Horn: "Ich liebe die Menschheit und Wesel"
FOTO: Uwe Miserius
Wesel. Vor einer Woche wurde das Geheimnis um den neuen Eselordenträger 2018 gelüftet: Guildo Horn steigt am Karnevalssonntag aufs närrische Grautier. Ein Gespräch über die Nussecken von Mutti, den Vorteil, beruflich in der 2. Liga zu spielen und Eintracht Trier.

WESEL Seit einer Woche weiß Wesel: Guildo Horn, unser Held des Eurovision Song Contests 1998 (Platz sieben mit "Piep, piep, piep, Guildo hat Euch lieb"), besteigt am Karnevalssonntag, 11. Februar, als neuer Weseler Eselordenträger das närrische Grautier. Der Tausendsassa mit der speziellen Frisur und dem großen Herzen hat derzeit so viel zu tun, dass sein Management dem Interview-Wunsch unserer Redaktion mehrfach eine Absage erteilt hat. Am Ende hat's doch noch geklappt.

Die Vorfreude auf Guildo Horn ist riesig. Deshalb die Frage: Guildo, haben Sie Wesel jetzt lieb?

Guildo Horn Ich liebe die Menschheit und ganz besonders Wesel.

Wissen Sie eigentlich, wer vor Ihnen schon Weseler Eselordenträger war? Zum Beispiel Quizmaster Hans Rosendahl oder Ulknudel Helga Feddersen, Kabarettist Dieter Nuhr und Tagesschau-Chefsprecher Jan Hofer.

Horn Nein, das wusste ich noch nicht. Bildung greift aber auch im Alter. Deshalb Danke für den Input. Ich fühle mich geehrt, seelisch gestreichelt und aufgewertet.

Wer hat Sie gefragt, ob Sie am Karnevalssonntag auf den Pappesel steigen wollen? Wie war Ihre erste Reaktion?

Horn Es war ein kleiner Esel, den ich auf einer Barfußwanderung einsam am Wegrand traf. Ich sagte nur "I. A."

Sind Sie eigentlich schon in Besitz einer anderen närrischen Auszeichnung?"

Horn Ich bin Träger des goldenen Hornes und Hüter der Orthopädischen Strümpfe.

Auch nicht schlecht. Wissen Sie schon, in welchem Kostüm Sie die Jecken in Wesel begeistern wollen?

Horn Ich trage keine Kostüme, das ist meine Hornhaut.

Sie sprachen gerade schon von den Orthopädischen Strümpfen. Sind die in Wesel mit von der Partie?

Horn Manche Wege geht das Horn alleine.

Es ist Tradition, dass die Eselordenträger einen Gast mitbringen. WDR-Sportmoderator Manni Breuckmann beispielsweise hatte einst Herbert Knebel im Gepäck, der die Niederrheinhalle zum Toben brachte.

Horn Ein guter Freund von mir ist Meditationstrainer. Ich denke drüber nach.

Und wie sieht es aus mit Nussecken? Bringen Sie dem Närrischen Parlament etwas von Ihrem legendären Gebäck mit?

Horn Mutti ist mittlerweile über 80 Jahre alt. Da darf man auch mal was kürzertreten. Deshalb haben wir uns aus arbeitsrechtlichen Gesichtspunkten darauf geeinigt, die Nussecken nur einmal im Jahr zu unserer traditionellen "Weihnachten mit Guildo"-Tour zur Verköstigung freizugeben. Den Rest des Jahres hat Mutti frei. Aber vielleicht finde ich ja noch eine klitzekleine Ecke.

Können Sie uns wenigstens das Nusseckenrezept verraten?

Horn Gerne. Einfach ins Netz schlüpfen und auf meiner Homepage stöbern. Oder Mutti anrufen unter 0651 4223819!

Das werde ich probieren. Zu Zeiten von "Piep, piep, piep" waren Sie bundesweit bekannt. In jüngster Zeit sind Sie nicht mehr auf allen Kanälen zu sehen. Was ist das für ein Gefühl? Und: Hat vielleicht schon das Dschungelcamp nachgefragt?

Horn Mein großes Lebensziel war und ist es stets gewesen: Beruflich dauerhaft in der Zweiten Liga im oberen Drittel zu spielen. In der Zweiten Liga hat man nicht den Druck der "Englischen Wochen" und kann tun und lassen was man will. Das habe ich erreicht. Ich kann tun und machen, was auch immer ich möchte und bekomme sogar noch einen Eselsorden verliehen. Wer kann das schon von sich behaupten.

Apropos Zweite Liga. Da möchte Ihr Heimatverein aus der Oberliga, die Eintracht aus Trier, sicher irgendwann man wieder hin. Und der 1. FC Köln möchte genau das verhindern. Tut Ihnen der Niedergang des FC als gefühlter Rheinländer beziehungsweise gefühlter Kölner nicht weh?

Horn Ich bin kein "Wahl-Kölner" sondern "Exil-Trierer" und wohne im wunderschönen Oberbergischen Kreis. Hier sagen sich Ochs und Esel gute Nacht. Trier ist immer in meinem Herzen, aber das Bergische ist meine zweite große Liebe geworden. Ach ja, das mit dem FC tut mir im Nougatherzen weh. Ein toller Traditionsverein, ebenso wie meine Eintracht aus Trier. Ich habe meine Hilfe angeboten.

Vom Bergischen bis Köln ist es ja nicht weit. Sind Sie an Rosenmontag zufällig in Köln beim Zug und werden Sie dort den Eselorden tragen?

Horn Ich gehe an Rosenmontag nie nach Köln auf den Zug, sondern stets bei uns im Bergischen Land. Es kommt nicht immer auf die Größe an!

KLAUS NIKOLEI FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
 
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