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August Exo
"Ich will künftig öfter am Steuer sitzen"

Wesel. Nach zwölf Jahren hat August Exo (73), der Vorsitzende des Bürgerbusvereins Loikum-Wertherbruch, sein Amt zur Verfügung gestellt. Während der Hauptversammlung wurde seine bisherige Stellvertreterin Theresia Weyer zu Nachfolgerin gewählt.

HAMMINKELN Der Ende 2003 gegründete Bürgerbusverein Loikum-Wertherbruch hat während der Jahreshauptversammlung seinen langjährigen Vorsitzenden August Exo verabschiedet. Der 73-Jährige hatte aus persönlichen Gründen sein Amt zur Verfügung gestellt. Einstimmig wurde Theresia Weyer zur neuen Vorsitzenden gewählt. Sie war bislang Stellvertreterin von August Exo, der im RP-Gespräch ein positives Fazit seiner Amtszeit zieht.

Werden Sie jetzt wieder öfter selbst am Steuer sitzen?

Exo So lange es meine Gesundheit zulässt, werde ich fahren. Und richtig, ich werden künftig wieder öfter am Steuer sitzen und bin damit einer von derzeit 55 ehrenamtlichen Fahrern.

Warum haben Sie jetzt nach gut zwölf Jahren den Vereinsvorsitz abgegeben?

Exo Aus persönlichen Gründen. Und weil ich überzeugt bin, dass neue Köpfe mit neuen Ideen gut sind für den Verein. Meine Nachfolgerin, Frau Weyer, ist bestimmt 20 Jahre jünger.

Was war Grund für Sie damals, den Bürgerbusverein mitzugründen?

Exo Die ganze Sache hat natürlich eine Vorgeschichte. 2003 wurde unter dem Motto "Loikum 2020" eine Dorfwerkstatt organisiert. Alle Bürger waren damals eingeladen, sich an verschiedenen Arbeitskreisen zu den Themen Tourismus, Nahversorgung und auch öffentlicher Nahverkehr zu beteiligen. Architekt Theo Büning und ich haben damals die Aufgabe übernommen, uns intensiv mit dem Thema Bürgerbus zu beschäftigen. Dazu haben wir recherchiert, zahlreiche Gespräche mit der Stadt Hamminkeln, dem Kreis und mit Vertretern von Pro Bürgerbus NRW geführt, so dass dann am 26. November 2003 die Gründungsversammlung stattgefunden hat. Bei der wurde ich zum Vorsitzenden gewählt.

Wann fand die Jungfernfahrt des Bürgerbusses statt?

Exo Das war am 29. März 2005. Es dauerte eben seine Zeit, um Gelder zu beantragen, die Genehmigungen und die Fahrer zu bekommen. So ein Bus steht nicht in der Ecke. Da muss man dicke Bretter bohren.

Was schätzen Sie, wie viel Zeit Sie in die Vereinsarbeit investiert haben?

Exo Im Durchschnitt täglich wohl ein bis zwei Stunden.

Wie hat sich die Zahl der Fahrgäste zuletzt entwickelt?

Exo Positiv. Die Zahlen steigen. Das liegt unter anderem auch an den Schülern, die wir nachmittags von den weiterführenden Schulen in Bocholt nach Hause fahren. Außerdem nutzten die Kinder den Bürgerbus, weil in ihm auch das Schokoticket gilt.

Haben Sie auch eine konkrete Mitfahrerzahl parat?

Exo 2015 haben wir 8104 Personen befördert.

Da sind neben Schülern gewiss viele Senioren dabei, die kein eigenes Auto besitzen oder nicht mehr selbst fahren können.

Exo So ist es. Und auch Mütter mit Kinderwagen. Alle sind froh, dass wir seit eineinhalb Jahren einen Sprinter mit Niederflurtechnik haben, der auch über einen Rollstuhlplatz und eine Rampe verfügt. Es sind gerade die Senioren mit Rollatoren, die sehr dankbar sind für dieses Fahrzeug.

Mit den Einnahmen aus dem Verkauf der Fahrkarten wird der Verein sicherlich nicht die Betriebskosten decken können, oder?

Exo Das ist so. Zumal wird jährlich 110.000 Kilometer fahren. Wir sind von der Stadt Hamminkeln abhängig, die zum Jahresende unser Defizit übernehmen muss. Das ist so festgelegt im System Bürgerbus NRW.

KLAUS NIKOLEI FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
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