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Kreis Wesel
Im neuen Solimare fließt bereits das Wasser

Kreis Wesel. Im Herbst sollen in Moers die Schlittschuhläufer aufs Eis dürfen. Schwimmer dürfen ab Januar ins Becken. Von Jürgen Stock

Kein Wort verliert Dirk Hohensträter über die Festivalhalle, als er seine Besucher an dem Gebäude vorbei über das Gelände des neuen Solimare in Moers führt. Der Mann, der in Personalunion Geschäftsführer der Enni Stadt und Bäder und der Moerser Kultur GmbH ist, genießt es offensichtlich, einmal nicht über Abschreibungsmodalitäten für das umstrittene Konzerthaus und seine Auseinandersetzungen mit einem widerborstigen künstlerischen Leiter sprechen zu müssen. Stattdessen darf er die Mitglieder des Verwaltungsrates über seine Paradebaustelle führen und sie über die Vorzüge von Kletterfelsen und Harnstoffleimverbindern aufklären.

Am weitesten sind die Arbeiten in der Eissporthalle gediehen. Dort sind schon Teile eines Wandgemäldes zu sehen, die Besuchern den Eindruck vermitteln sollen, sie glitten nicht auf Kufen übers Eis, sondern im Bau eines riesigen Raumschiffs durchs All. Auch wenn man sich schon ziemlich gut vorstellen kann, wie's werden soll, bleibt bis zur Eröffnung noch viel Arbeit zu tun. Banden und Fußbodenbeläge fehlen, die Bar ist immer noch im Rohbauzustand. Am 7. Oktober soll die Eröffnung gefeiert werden. "Das ist ziemlich sportlich", räumt Hohensträter selbst ein.

Weitaus gelassener gibt er sich bei der Führung durch das Aktivbad, das den Schwimmern ab Januar zur Verfügung stehen soll. Dort gluckst unter dem Hubboden sogar schon das Wasser. Dort wird es zwei Becken geben, die bei Bedarf miteinander verbunden werden können, so dass zwei 25-Meter-Bahnen für Sport-Schwimmer entstehen. "So etwas", sagt Hohensträter, "hat sonst niemand in Deutschland."

Auch die Schiebeglastür ist schon fertig, die im Sommer geöffnet werden kann. Dann sind Innen- und Außenbereich miteinander verbunden. Das wird jedoch erst zur kommenden Badesaison 2017 möglich sein, nachdem die Enni gezwungen war, sich von einem der beteiligten Architekturbüros zu trennen. Insgesamt wird den Besuchern 1400 Quadratmeter Wasserfläche zur Verfügung stehen, deutlich weniger als im alten Solimare. Dafür wird es aber im Bereich der ehemaligen Sprungturmanlage zwei 8,50 Meter hohe Riesenrutschen geben.

Auch die Spiellandschaft, die den Wasserlauf des Rheins mit zahlreichen Planschstationen nachahmen soll, nimmt bereits Gestalt an. Hier ist Hohensträter in seinem Element. "Beim Bau der Felsen haben uns Kletterexperten geholfen, damit Kinder auch drauf spielen können", sagt er und strahlt.

Noch mehr strahlen kurz darauf die Verwaltungsratsmitglieder bei einer Zahl, die Hohensträter mitteilt: Der Komplex wird 16,5 Millionen Euro kosten, 600.000 weniger als geplant.

Quelle: RP
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