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Wesel
Im Spix-Café Vesalia ist viel Café Fehr drin

Wesel: Im Spix-Café Vesalia ist viel Café Fehr drin
Freuen sich schon auf die Eröffnung des im Umbau befindlichen Cafés Vesalia: (v.l.) Hauswirtschaftskraft Anita Wildförster, Annette Fehr, Spix-Geschäftsführer Dr. Jo Becker, Britta Oppermann (pädagogische Leiterin) und Kati Jörg. FOTO: Klaus Nikolei
Wesel. Ende Juli eröffnet unweit des Bahnhofs in der ehemaligen Videothek, Dinslakener Straße 5, ein ungewöhnliches Lokal. Von Klaus Nikolei

Eine gute Nachricht für alle, die dem früheren Café Fehr noch immer hinterhertrauern. Denn Ende des Monats öffnet in den Räumen der früheren Videothek am Bahnhof, Dinslakener Straße 5, das Café Vesalisa. Geleitet wird das vom Verein Spix betriebene Café von Annette Fehr. Bis zum 31. Dezember 2015 hat sie zusammen mit ihrem Mann, dem Bäcker- und Konditormeister Ulrich Fehr, das Kult-Café Fehr im Schatten des Marien-Hospitals geführt - 28 Jahre lang.

"Als ich vom Ende des Cafés Fehr in der Zeitung gelesen habe, kam mir die Idee, Frau Fehr anzurufen und mit ihr über das Konzept des Cafés Vesalia zu sprechen", sagt Spix-Geschäftsführer Dr. Jo Becker, Chef von 145 festangestellten Mitarbeitern und 185 Werkstattbeschäftigten. "Sie ist die beste Expertin, die ich bekommen konnte." Das folgende Gespräch verlief so, wie sich Dr. Becker das gewünscht hat. Annette Fehr ("Wir haben eine behinderte Tochter, deshalb bin ich den Umgang mit Menschen mit Handicap gewohnt") hat das (Halbtags-)Angebot nur zu gerne angenommen. "Das hat auch damit zu tun, dass wir Mobiliar und Geschirr aus dem Café Fehr mitnehmen und die Tischplatten von der Spix-Schreinereigruppe aufarbeiten lassen", sagt Annette Fehr. Zum 16-köpfigen Vesalia-Team gehört übrigens auch Kati Jörg, eine langjährige Fehr-Mitarbeiterin. Kein Wunder, dass Dr. Becker mit einem Augenzwinkern vom "Café Fehr 2.0" spricht.

In der 25 Quadratmeter großen Küche, in der Kuchen und Brot frisch gebacken sowie Torten aus regionalen Zutaten entstehen, wird Hauswirtschaftskraft Anita Wildförster das Sagen haben. Ihr zur Seite steht die pädagogische Leiterin Britta Oppermann, die mit einigen Spix-Leuten die Brötchentheke um die Ecke betreibt. "Die wird mit der Eröffnung des Cafés schließen. Unsere Mitarbeiter dort bilden den neuen Vesalia-Stamm", erklärt Dr. Becker. Mehr als 50.000 Euro investiert Spix in das Café, in dem zwölf Menschen mit psychischen Problemen die Möglichkeit der beruflichen Eingliederung erhalten. "Es wird ein gemütliches, ein vornehmes Café im Stil der Wiener Caféhäuser der 50er Jahre", schwärmt Dr. Becker. Brokattapeten sowie mit dunklem Holz verkleidete Wände, gerahmte alte Fotos der Stadt und eine große maßgefertigte Eckbank sollen für Atmosphäre sorgen.

Geöffnet hat das Café Vesalia an sieben Tagen in der Woche: montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 18 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr. "Wir werden ein Frühstück anbieten mit selbst gemachten Marmeladen und Bio-Eiern, mittags gibt es Snacks wie Salate und in den kühleren Monaten Suppen und Gemüsekuchen sowie den ganzen Tag über Kuchen und Torten", sagt Annette Fehr. "Und natürlich wird's auch die Fehr-Wurstbrötchen geben - Blätterteigtaschen mit Mettfüllung."

Wie gesagt, läuft alles glatt, wird das Café Vesalia mit seinen gut 50 Sitzplätzen Ende des Monats starten. Eine offizielle Eröffnungsfeier - mit Bürgermeisterin - soll am Freitag, 26. August, um 14 Uhr beginnen. Spätestens dann dürften viele alte Fehr-Gäste im Vesalia ein Wiedersehen feiern und von alten Zeiten schwärmen - bei Kaffee und selbst gemachten Kuchen im "Café Fehr 2.0", wie Dr. Jo Becker sagen würde.

Quelle: RP
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