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Wesel
Interesse an Betreuung bis 20 Uhr fehlt

Wesel. Als einzige Weseler Kita bietet die Lebenshilfe-Tagesstätte Kiek in den Busch, die für heute zum Tag der offenen Tür lädt, berufstätigen Eltern die Möglichkeit, ihren Nachwuchs bis abends betreuen zu lassen. Doch Nachfrage gibt's - noch - nicht. Von Klaus Nikolei

Rund um die Kindertagesstätte Kiek in den Busch in Obrighoven dürfte es heute zu Verkehrsbehinderungen kommen. Denn die Einrichtung feiert die offizielle Eröffnung des gut 600.000 Euro teuren Anbaus in der Zeit von 11 bis 16 Uhr mit einem Tag der offenen Tür.

Die Einrichtungsleiterinnen Heike Sörensen-Schlüter und Heike Lohmann erwarten im Lauf des Tages mehrere Hundert Gäste. Darunter werden sicher auch eine Reihe junger Eltern sein, die sich für einen Platz in der schmucken Einrichtung (90 Plätze in sechs Gruppen) interessieren, die mit einem ungewöhnlichen Angebot aufwartet. Als einzige Tagesstätte in Wesel bietet die Einrichtung der Lebenshilfe Unterer Niederrhein eine Betreuung von sechs Uhr morgens bis maximal 20 Uhr an. Wobei es bislang noch niemanden gibt, der ernsthaftes Interesse an der Randzeiten-Betreuung angemeldet hat. Bislang.

"Aktuell führen wir eine Befragung unter allen unseren Eltern durch, um zu schauen, ob doch Bedarf besteht", sagt Heike Sörensen-Schlüter. Über das Thema werden heute allerdings weder sie noch ihre Kollegin Heike Lohmann sprechen. "Dafür ist keine Zeit. Wenn es Interessenten geben sollte, werden wir ihnen eine Telefonnummer geben, um einen Beratungstermin zu vereinbaren", sagt Heike Lohmann.

Zu den Festrednern, die heute ab 11 Uhr zum Mikrofon greifen, wird übrigens nicht Rainer Rabsahl, der Geschäftsführer des benachbarten Evangelischen Krankenhauses (EVK), gehören. Obwohl das EVK den Tagesstätten-Anbau als Investor errichtet und an die Lebenshilfe vermietet hat. Grund ist, dass Rabsahl zeitgleich bei den Jubiläumsfeierlichkeiten des Christophorus-Pflegeheimes in Hamminkeln weilt, das zehnjähriges Bestehen feiert (wir berichteten). Vertreten wird er von Pflegedienstleiter Michael Nühlen. Dass die Nachfrage nach verlängerter Betreuung derzeit nicht vorhanden ist, wundert Rabsahl schon sehr. Vor allem vor dem Hintergrund, dass das Krankenhaus, das vier Plätze in der Kita für Kinder auswärtiger Mitarbeiter reserviert hat, allen Angestellten im Schichtdienst die Möglichkeit geben will, ihren Nachwuchs gegen einen kleinen Aufpreis bis maximal 20 Uhr wochentäglich betreuen zu lassen.

Und auch Thomas Wienczkowski, der für alle Lebenshilfe-Kindertagesstätten in der Region zuständig ist, wundert sich über die mangelhafte Nachfrage. Allerdings geht er - so wie das EVK übrigens auch - davon aus, dass das Betreuungsproblem bislang von allen Familien anders gelöst wird (Stichworte: Oma und Opa, Kinderfrau, Nachbarn, Freunde) und dass das Angebot erst einmal bekannt werden muss. Wienczkowski glaubt zudem, dass die Nachfrage steigen wird, wenn es gelingt, über das bis Ende 2018 laufende Bundesprogramm "Kita plus" an Finanzmittel zu kommen. "Unser Antrag inklusive eines pädagogischem Konzeptes für die Randzeitbetreuung wurde angenommen und wird jetzt geprüft", sagt Thomas Wienczkowski.

Sollte die Bewerbung erfolgreich sein, hätte das zur Folge, dass für Kiek-in-den-Busch-Eltern keine zusätzlichen Kosten entstehen würden, wenn sie ihren Nachwuchs bis maximal 20 Uhr betreuen lassen würden. Ganz egal, ob sie nun Mitarbeiter der EVK sind oder nicht. Damit keine Missverständnisse entstehen, betont Wienczkowski im RP-Gespräch mehrfach, "dass natürlich kein Kind von sechs bis 20 Uhr bei uns bleiben würde, sondern wöchentlich nur 35 bis maximal 45 Stunden".

Übrigens: Von den besagten vier Kita-Plätzen für den Nachwuchs von auswärtigen EVK-Mitarbeitern sind ab August zwei besetzt. Allerdings werden die Kleinen um 16.15 Uhr von ihren Eltern abgeholt.

Quelle: RP
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