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Wesel
Investoren planen 92 Sozialwohnungen

Wesel. Dezernent Kunstleben kündigt im Fachausschuss an, dass Wesel bis Juli 800 Flüchtlinge zugewiesen werden. Von Klaus Nikolei

Im Stadtentwicklungsausschuss hatte die Verwaltung Mittwochabend noch davon gesprochen, dass auf dem Eckgrundstück Dinslakener Landstraße/Kurt-Kräcker-Straße (Ex-Fahrschule Niehues) 44 öffentlich geförderte Wohnungen geplant sind. Gestern aber, während der Sitzung des Sozialausschusses, hieß es plötzlich, dass der Investor einen Rückzieher gemacht habe. Weiß da die eine Hand in der Verwaltung nicht, was die andere tut?

Wie dem auch sei: Fakt ist, dass die Stadt derzeit mit fünf Unternehmern beziehungsweise Unternehmen in Kontakt steht, die in den nächsten beiden Jahren 92 Sozialwohnungen errichten und dafür beim Kreis Fördergelder bei der NRW-Bank beantragen wollen. Denn Bedarf an günstigem Wohnraum (festgelegter Mietpreis pro Quadratmeter kalt: 5,25 Euro) ist zweifelsohne vorhanden. Allein von Januar 2015 bis jetzt haben sich bei der Stadt 385 Interessenten für eine Sozialwohnung gemeldet.

Die Bauvorhaben im Einzelnen: Geplant sind an der Wedellstraße (Stadtmitte) 21 Wohneinheiten (WE), an der Straße Kiek in den Busch (Obrighoven) 12 WE, an der Fusternberger Straße (Fusternberg) 22 WE, an der Reeser Landstraße (derzeit noch Euromaster) 16 WE und auf dem freien Kirchengrundstück neben der früheren Katholischen Grundschule am Mühlenweg 21 WE. Nähere Auskünfte zu den Bauvorhaben wollte die Verwaltung den Politikern nicht geben. Denn, so Ausschussvorsitzende Marlies Hillefeld (Grüne): "Wenn das alles öffentlich diskutiert wird, steigen die Preise."

Natürlich wurde im Ausschuss auch über das Thema Flüchtlinge gesprochen. Dezernent Daniel Kunstleben sprach davon, dass der Stadt in den nächsten fünf Monaten wöchentlich gut 40 neue Asylbewerber zugewiesen werden könnten. Die wolle man möglichst über das gesamte Stadtgebiet in Wohnungen unterbringen. Mehrfach bat er darum, dass Eigentümer freien Wohnraum doch der Stadt melden mögen.

Warum die Stadt nun den Ex-Praktiker-Baumarkt an der Nordstraße anmieten möchte und nicht die leere Notunterkunft des Landes am Lippeglacis, um im Fall der Fälle auch mal einen ganzen Bus voller Menschen sofort aufnehmen zu können (RP berichtete), begründete Kunstleben so: "Die Versicherung des Eigentümers der Lippeglacis-Hallen verlangt den Einbau einer Brandmeldeanlage. Der frühere Baumarkt, an dem wir Interesse haben, hat eine solche Anlage."

Quelle: RP
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