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Hamminkeln
Issel-Flut: schnelle Polder-Lösung?

Hamminkeln. Stadtverwaltung traf sich mit Landwirten wegen des Hochwasserschutzes. Von Thomas Hesse

Noch sind die beiden katastrophalen Hochwasser an der Issel von Ende Mai und Anfang Juni in den Köpfen präsent. Viel wurde in den letzten Monaten über die Realisierung von Schutzmaßnahmen gesprochen, auf die die Issel-Anrainer seit Jahrzehnten warten. Wie berichtet, wird in Marienthal an einer Umlegung samt Überflutungsflächen geplant - als erster Teil eines Lösungskonzepts, das auch die ökologische Seite berücksichtigt.

Rund 40 Teilnehmer trafen sich jetzt im Rathaus, um vertragliche Lösungen für Polder zu besprechen. Dabei geht es um Flächen im Bereich Vier Winden, also zwischen Blumenkamp (Wesel) und Hamminkeln. Damit prescht die Stadt vor und setzt auch den Kreis Wesel unter Druck, was weitere Maßnahmen betrifft.

Die Polder-Lösung hatte Bürgermeister Bernd Romanski aufgebracht, um Flächen im Ernstfall schnell fluten zu können. Zuvor war er selbst im Einsatz an der Issel gewesen. Die Polder liegen in dem Bereich, der beim Issel-Hochwasser bereits nach einem Dammdurchstich die Fluten aufgenommen hatte und so die drängendste Gefahr für die flussabwärts liegenden Ortsteile bannte. Die Lage ist so gewählt, dass sie den Druck auf die vielfach eng eingedämmte und deshalb bei Starkregen schnell steigende Issel entlasten kann.

Wie schon bei den Maßnahmen der beiden letzten Hochwasserereignisse erhalten die Landwirte Entschädigungen dafür, dass sie Flächen für den Notfall bereitstellen. Es geht um rund 100 Hektar, die 250.000 bis 300.000 Kubikmeter Wasser aufnehmen sollen. Noch ist vertraglich nichts unterschrieben. Romanski spricht nur davon, dass man "über technischen Hochwasserschutz" gesprochen habe und er zuversichtlich sei, eine tragende Regelung zu bekommen. Ein Sitzungsteilnehmer bestätigte aber, dass die Landwirte der Polder-Lösung positiv gegenüberstehen würden. Schließlich seien auch zahlreiche Höfe von den Überschwemmungen betroffen gewesen.

Positiv dürfte für die Bauern auch sein, dass ihre Flächen nur bei Spitzen-Pegelständen geflutet würden, sie diese ansonsten bewirtschaften können. Die früher vom Land propagierte Auen-Lösung war daran gescheitert, dass die Landwirte ihre Existenz bedroht sahen.

Quelle: RP
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