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Himmel& Erde
Jahr der Barmherzigkeit

Wesel. Unser Autor erklärt, warum die mörderische und selbstzerstörerische Wirklichkeit unserer Welt einen radikalen Gegenentwurf der Barmherzigkeit und des Friedens braucht.

Überlagert von den Bildern der Gewalt und des Terrors im Nahen Osten und in Afrika, an den Rand gedrängt durch die Angst vor weiteren Anschlägen in Europa und der Suche nach einer Lösung für die anhaltenden Flüchtlingsströme, hat Papst Franziskus das Jahr 2016 zu einem "Jubiläumsjahr der Barmherzigkeit" ausgerufen. Bereits am 13. März 2015 kündigte Papst Franziskus bei einer Bußandacht in Rom ein außerordentliches Heiliges Jahr der Barmherzigkeit an.

Am 11. April 2015 wurde vor der Heiligen Pforte der Petersbasilika die Verkündigungsbulle "Misericordiae vultus" (Antlitz der Barmherzigkeit) verlesen. In seinem Schreiben an die Kirche ruft Franziskus alle Menschen zur Umkehr auf und bittet sie, ihr Leben zu ändern.

Vor knapp zwei Monaten schließlich, am 8. Dezember 2015, wurde das Jahr der Barmherzigkeit dann auch offiziell eröffnet. Auf den Tag genau 50 Jahre zuvor, am 8. Dezember 1965, ging das Zweite Vatikanische Konzil in Rom zu Ende, das zum damaligen Zeitpunkt eine neue und umfassende Reform des katholischen Lebens weltweit in Gang setzte.

Bis zum 20. November 2016, dem Ende des Jahres der Barmherzigkeit, sind nun alle Menschen in besonderer Weise aufgerufen, in ihrem Alltag die Barmherzigkeit zu leben, die durch Jesus Christus zu uns gekommen ist. "Jesus Christus ist das Antlitz der Barmherzigkeit des Vaters", so beginnt das päpstliche Schreiben zum Jahr der Barmherzigkeit. Ein Aufruf nur für katholische Christen? Mitnichten!

Die mörderische und selbstzerstörerische Wirklichkeit unserer Welt braucht in diesem Jahr einen radikalen Gegenentwurf der Barmherzigkeit und des Friedens.

Die Barmherzigkeit Gottes zeigt sich in Worten und Taten. "Recht verschafft der Herr den Unterdrückten, den Hungernden gibt er Brot; der Herr befreit die Gefangenen. Der Herr öffnet den Blinden die Augen, er richtet die Gebeugten auf. Der Herr beschützt die Fremden und verhilft den Waisen und Witwen zu ihrem Recht." So beschreibt der 146. Psalm ganz konkret das lebensschaffende und barmherzige Handeln Gottes. In ökumenischer Verbundenheit ruft das Wort von Papst Franziskus Christen aller Konfessionen in ein erkennbares barmherziges Engagement für die Menschen dieser Welt hinein. Worte und Gesten der Barmherzigkeit und der Güte für Unterdrückte und Missbrauchte, Geflüchtete und Heimatlose, Trauernde und Verzweifelte. "Wie sehr wünsche ich mir, dass die kommenden Jahre durchtränkt sein mögen von der Barmherzigkeit und dass wir auf alle Menschen zugehen und ihnen die Güte und Zärtlichkeit Gottes bringen!" Gemeinsam können wir dem Wunsch von Papst Franziskus eine deutliche Gestalt geben.

VON THOMAS BRÖDENFELD

Quelle: RP
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