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Wesel
Jan Hofer will Lutherhaus beleuchten

Wesel. Der Tagesschau-Chefsprecher gratulierte gestern dem Team des Reisebüros Peitsch, das als neuer Mieter in das Ladenlokal Korbmacherstraße 15 eingezogen ist. Im Juni eröffnet direkt nebenan eine Filiale von Laufsport Bunert. Von Klaus Nikolei

Am Morgen noch hat Jan Hofer im ARD-Morgenmagazin zur vollen und zur halben Stunde die neuesten Nachrichten verlesen. Kurz nach Dienstschluss setzt er sich ins Auto, um die rund 360 Kilometer nach Wesel möglichst schnell zurückzulegen. Denn um 14 Uhr hat der Tagesschau-Chefsprecher einen wichtigen Termin in seiner Heimatstadt, in dem er mehrere Immobilien besitzt und in den vergangenen Jahren mehrere Hunderttausend Euro investiert hat. Schließlich möchte er seinem neuen Mieter Jürgen Peitsch und dessen Team herzlich gratulieren. Denn seit Samstag befindet sich das 1929 gegründete Reisebüro Peitsch (42 Jahre an der Hohen Straße 55) in neuen Räumen an der Korbmacherstraße 15 (155 Quadratmeter). Gut zwei Jahre stand das Erdgeschoss leer, in dem zuvor Mode Haffke (jetzt Brückstraße) lange zu Hause war.

Während des Termins, an dem auch Bürgermeisterin Ulrike Westkamp sowie Wirtschaftsförderer Johannes Opgen-Rhein und dessen Kollege Nicolas Kotzke teilnehmen, geht es locker zu. Man kennt sich und schätzt sich. So lobt Jürgen Peitsch, der das traditionsreiche Reisebüro gleichberechtigt mit Inge Gühnemann führt, die hervorragende Zusammenarbeit mit Nicolas Kotzke, der ihn und Jan Hofer zusammengeführt hat. Und der prominente Wahl-Hamburger schwärmt seinerseits unter anderem von den vielen Hilfestellungen der Rathaus-Mitarbeiter, vor allem bei der Planung der neuen Fassade.

Und dann erzählt Jan Hofer im Gespräch mit der RP, dass mittlerweile auch das zweite, aufwendig umgebaute Ladenlokal vermietet ist. Anfang Juni wird neben Peitsch eine Filiale von Laufsport Bunert (bislang 15 Läden in Nordrhein-Westfalen) eröffnen. Unmittelbar danach soll die Sanierung der Fassade des Wohn- und Geschäftshauses in Angriff genommen werden, ausgeführt vom neu im Gewerbegebiet Am Schornacker angesiedelten Bauunternehmen Temin (bislang Alpen). "Mir ist es ganz wichtig, dass das Gebäude illuminiert wird", sagt Jan Hofer. "Man muss diesen Bereich, der bislang eine wirklich dunkle Ecke war, künftig schon vom Kaufhof aus sehen können."

Aber nicht nur den Backsteinbau aus der Nachkriegszeit will Jan Hofer ins rechte Licht setzen, sondern auch das gegenüberliegende Lutherhaus. Für ihn ein "wirklich schöner Bau". Die Kosten dafür werde er tragen. Und damit aus der Idee auch Wirklichkeit wird, soll es in den nächsten beiden Wochen bereits einen Termin mit dem Lutherhaus-Architekten Fred Störmer geben, eingestielt von Mitarbeitern aus der Verwaltung.

Dass er in Wesel und nicht in Hamburg kräftig investiert, begründet Jan Hofer so: "Familienbesitz gibt man nicht so schnell auf. Und ich möchte, dass die Häuser in Familienbesitz bleiben." Damit sich die ganze Sache am Ende auch rechnet, hat der studierte Diplom-Kaufmann vor einigen Monaten auch das ehemalige Testrut-Haus (Mieter: Backwerk) an der Ecke Korbmacherstraße/Viehtor erworben, dessen Fassade er auch mittelfristig verschönern möchte. Außerdem gehören Hofer das Wohnhaus Ritterstraße 17, das Haus Korbmacherstraße 29, in dessen Erdgeschoss sich ein Kiosk befindet, und die Häuser Doelenstraße 2, 4 und 6. Eine halbe Kraft kümmert sich von Hamburg aus um die Verwaltung.

Weil Jan Hofer von den Mieteinnahmen nicht leben muss, steckt er die Einnahmen in die Sanierung der Häuser. So sind in den vergangenen Jahren alle leergezogenen Wohnungen entkernt, neu aufgeteilt und so hergerichtet worden, dass er sie mit gutem Gewissen auch an Senioren mit Rollatoren und Frauen mit Kinderwagen vermieten kann.

Quelle: RP
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