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Hamminkeln
Jugendliche unter 18 Jahren haben die Wahl

Hamminkeln. Bundestagskandidaten treten zur Jugendwahl an, die Stimmen können auch mobil abgegeben werden.

Die Bundestagswahl ist Aufhänger für ein Projekt, das erstmals in der Stadt durchgeführt und Jugendliche unter 18 Jahren aus allen Ortsteilen an die Wahlurne ruft. Dafür hat das Team Jugendarbeit im Rathaus in Zusammenarbeit mit dem Klausenhof und den Jugendeinrichtungen in Hamminkeln und Dingden ein ausführliches und garantiert jugendnahes Programm ersonnen.

Weil in den beiden Jugendzentren JuZe und OT Next Generation sowie bei der Hauptveranstaltung am Donnerstag, 14. September, von 15 bis 19 Uhr im Freibad Dingden Stimmen abgegeben werden können und das Jugendwahlmobil Dingden, Mehrhoog und Brünen ansteuert, werden die Ergebnisse bei der U18-Wahl im Kreis Wesel als eigenständiges städtisches Ergebnis ausgewiesen. Bei der Landtagswahl hatte der Klausenhof allein agiert und nur 28 Jüngstwähler verzeichnet, jetzt sollen es mehr werden.

Auch beim Polit-Treff im Freibad sind die Erwartungen bescheiden. Wenn 50 jugendliche Teilnehmer zu verzeichnen sind, sind die Organisatoren schon angetan. Dabei haben sie mit Sabine Weiss (CDU) und Jürgen Preuß (SPD) sogar die vielbeschäftigten Top-Kandidaten heranholen können sowie den Grünen-Vertreter Voss und den Liberalen Ott. Linke und AfD, obwohl sie nach allen Umfragen in den Bundestag einziehen werden, sind nicht vertreten. Man habe sich danach gerichtet, welche Parteien vor Ort im Rat seien, so die Begründung. Bei der U-18-Wahl, die es als bundesdeutsches Projekt schon seit Jahren gibt, wird immer neun Tage vor der Bundestagswahl gewählt - in Hamminkeln zudem am Freitag. Die ausgezählten Stimmen kommen in den Ergebnistopf für den Wahlkreis.

Ansatzpunkt ist es, die politische Bildung bei jungen Menschen voranzubringen. Dies gilt vielen Jugendträgern in Zeiten wachsender Radikalisierung als besonders wichtig. Begonnen hat das Programm Anfang der Woche in den 9er- und 10er-Klassen der weiterführenden Schulen Hamminkelns. Thorsten Gonska, Arbeitsbereichsleiter Politische Bildung/Jugendakademie am Klausenhof, hat in Dingden gute Erfahrungen gemacht. Nur ganz wenige Jugendliche hätten am Ende des Unterrichts noch gesagt, Politik interessiere sie nicht, erzählt er.

Die Veranstaltung für Jugendliche unter 18 im Freibad wird inhaltlich und vom Rahmenprogramm her eine auf junge Leute zugeschnittene Sache. An vier Grills reichen die vier Kandidaten Würstchen, es gibt große Parteienplakate, und beim Speed-Dating im Zwei-Minuten-Takt erfahren die Jugendlichen Persönliches von den Politikern. Es geht um Flüchtlingspolitik, Teilhabe, Zukunftswerkstatt und politische Wissenstests in Teams. Es ist also angerichtet, um U18 die Wahl schmackhaft zu machen.

(thh)
 
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