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Wesel
Kampf gegen Graffiti

Wesel. Land und Bahn legen ein Sofortprogramm gegen Farbschmiererei auf. Der Neue Bahnhof Wesel steht zwar nicht auf der Liste der 110 Stationen, doch sollen hier Überwachungskameras wirken. Zur Installation fehlt ein Federstrich. Von Detlev Hüwel und Fritz Schubert

Mit einem Sofortprogramm in Höhe von zwei Millionen Euro will das Land in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn gegen Graffiti-Schmierereien vorgehen. Wie NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper (CDU) mitteilte, sollen landesweit 110 verschandelte Bahnhöfe und Haltepunkte optisch aufgewertet werden. Sie seien das "Eingangstor zur Bahn" und sollten einen guten Eindruck hinterlassen, so der Minister.

Verschmierte Bahnhöfe wirkten verwahrlost und verursachten Ängste. Das Programm konzentriert sich auf kundenintensive S-Bahnstrecken. Es reicht daher von den Ballungszentren bis Voerde. Aber nicht bis Wesel. Hier setzen die Verantwortlichen, deren Dauerprojekt Neuer Bahnhof Wesel mit der Umgestaltung des Vorplatzes und dem Bau der P+R-Anlage derzeit auf die Zielgerade einbiegt, auf Überwachung und Abschreckung. Es fehlt ein Federstrich.

Förderbescheid ist längst da

Wie unlängst im Zusammenhang mit frischen Vandalismusschäden am Eingang zur Bahnhofshalle berichtet, wartet die Stadt auf eine Unterschrift. Fachbereichsleiter Michael Klessa sagte gestern, dass der Vertrag noch nicht unter Dach und Fach ist. Es geht um die Installation von zwölf Kameras: neun für den Tunnel, zwei an den Rampen und eine in der Halle. Gesamtkosten: 80 000 Euro. Der Förderbescheid über 60 000 Euro ist schon da. Das Bildmaterial, so Klessa, "läuft dann in Duisburg auf" – beim Bahnhofsmanagement.

Die Bahn selbst hat im Rahmen ihrer Modernisierungsoffensive II (Mof) für 2011 ein Überwachungssystem für Wesel vorgesehen. Nur dauert der Stadt das zu lange. Sie will einen Teil schon jetzt installieren. Die Anlage, so Klessa weiter, soll dann von der Bahn übernommen werden, die selbst an den Bahnsteigen noch Kameras aufhängen will. Ziel: Sicherheit und ein gutes Gefühl. "Mit unserer Aktion wollen wir für die Fahrgäste eine angenehme Atmosphäre schaffen", sagte NRW-Minister Lienenkämper, der an einer S-Bahn-Haltestelle in Düsseldorf selbst Schutzhandschuhe anzog und mit Besen und Hochdruckreiniger demonstrierte, wie Verunzierungen nahezu mühelos entfernt werden können. Voraussetzung dafür ist eine speziellen Farbgrundierung der Wände, von der sich Sprühfarben weitaus leichter als bisher entfernen lassen.

Das Land NRW und die Deutsche Bahn AG wollen sich die Kosten für das Reinigungsprogramm teilen. Für die Bahn summierten sich die Vandalismusschäden auf bundesweit 50 Millionen Euro im Jahr, so Bahn-Bevollmächtigter Reiner Latsch. Davon entfielen etwa 8,5 Millionen Euro allein auf NRW. Ehrgeiz seines Unternehmens sei es, Graffiti innerhalb von 72 Stunden zu beseitigen.

Quelle: RP
 
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