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Wesel
Züchter zeigen ihre Katzen-Schönheiten

Katzenausstellung in Wesel: Züchter zeigen Schönheiten
Richter Thomas Probst beurteilt Ragdoll-Kater Kajika. Der erträgt die Prozedur mit Fassung. FOTO: Gerd Hermann
Wesel. 145 Katzen verschiedenster Rassen waren jetzt in der Niederrheinhalle zu sehen. Viele Züchter brachten voller Hoffnung ihre Jungtiere mit.

Kein Miauen, kein Fauchen, nicht ein Geräusch war am Wochenende in der Niederrheinhalle zu hören. Nichts, das auf die Anwesenheit der 145 Rassekatzen hätte schließen lassen, die hier von ihren Züchtern und Besitzern präsentiert wurden. Ganz entspannt lagen die zum Teil bereits hoch dekorierten Tiere in ihren Käfigen. Scheinbar ohne sich dafür zu interessieren, dass immer wieder Menschen vorbeikamen und sie begeistert beäugten. "Für die Katzen ist das ein langweiliger Tag", weiß Martina Wolkner-Sieczkarek, die erste Vorsitzende des Niederbergischen Katzenvereins, der in Wesel zu seiner alljährliche internationalen Katzenausstellung geladen hatte. Nicht so für die Züchter, die bis zu zwei Stunden Anfahrt auf sich nehmen, um an der Ausstellung teilzunehmen. "Die Züchter können hier ihre Jugend des Herbstes präsentieren und Punkte für Titelanwartschaften sammeln", so die Katzenvereinsvorsitzende. "Eine Katze, die alles erreicht hat, darf sich Weltchampion nennen."

Ein solcher Weltchampion ist auch an diesem Wochenende dabei. Anton heißt der siebenjährige Norwegische Waldkater von Halterin Viola Simanek aus dem Sauerland. Sein Fell hat die Farbe "black tabby ticked white" und sieht so weich und flauschig aus, dass man sich am liebsten hineinkuscheln möchte. Da er den höchsten aller Titel bereits trägt, gibt es für ihn hier keine Punkte mehr zu holen, seine Tochter Gesche, eine fünf Monate alte Katzendame, hingegen, tritt bei der Jungtier-Sondershow an, bei der es um den Titel "Best Youngster" geht. Die Chancen scheinen angesichts ihres Vaters gut zu stehen, denn alle seine zwölf Nachkommen haben bereits Ausstellungen gewonnen.

Internationale Katzenausstellung in Goch FOTO: Evers, Gottfried

Ebenfalls in der Jungtier-Sondershow tritt der dreieinhalb Monate alte Bengalkater Prinz Simba an. Vorher darf er auf dem Arm von Halter Deniz Karabiyik die Umgebung erkunden, der ihn mit sichtlichem Stolz durch die Halle trägt. Mit seinem Fell in der Farbe "brown rosetted" sieht er fast aus wie ein Leopard. Ein sehr kleiner Leopard.

"Gerade Jungtiere zu richten, ist schwierig", erklärt Martina Wolkner-Sieczkarek, denn wie sich die Tiere weiter entwickeln, lässt sich, auch für die fachkundige Jury, nur erahnen. Doch Deniz Karabiyik ist hoffnungsvoll, denn Prinz Simba hat bereits Pokale gewonnen, die größer sind als er selbst, und eines Tages soll er seine Farbe weitervererben.

Bildband "Schöne Katzen" zeigt schöne Katzen FOTO: Andrew Perris/LV-Buch

"Ich wollte einen anderen Farbton in meiner Zucht, denn sonst habe ich nur silberne Bengalen", erklärt er. Zwischen den Norwegischen Waldkatzen, Main Coons und Perserkatzen, die alle sehr groß, flauschig und bei der Ausstellung in großer Zahl vertreten sind, fallen die Tiere von Daniela Grolius besonders auf.

"Sphinx" nennt sich die Rasse, der sie sich verschrieben hat. Sie hat so gut wie gar kein Fell und wenn man sie streichelt, fühlt sich das an wie ein warmer Pfirsich. Vor allem den Charakter weiß die Züchterin an ihren Katzen zu schätzen: "Sie sind wie eine Mischung aus Baby und Klammeraffe, anhänglich und verschmust", zeigt sie sich begeistert. Doch nicht bei allen Katzenfreunden kommt die Haarlosigkeit der Tiere gut an: "Viele mögen den Charakter, aber mögen nicht, dass sie nackt sind", sagt Daniela Grolius.

(meko)
 
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